Hollywood

Diese Juden sind 2026 für die Oscars nominiert

Kate Hudson in »Song Sung Blue« Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, aber auch ihre Lichter, ihre Filmaufnahmen oder ihre Aura. All dies ist hier der Fall. Denn die Oscar-Nominierungen für dieses Jahr stehen nun fest. Einige Juden könnten Trophäen gewinnen.

Schon in der Rubrik »Bester Film« fällt das Auge auf Marty Supreme. Es ist die Geschichte des jüdischen Tischtennis-Profis Marty Reisman, der in diesem Werk Marty Mauser heißt.

Der Regisseur und Produzent Josh Safdie, der ebenfalls Jude ist, legte ein viel gelobtes Werk vor, in dem wiederum Stars wie Gwyneth Paltrow, deren Vater Jude war, und Timothée Chalamet mitwirken. Dieser jüdische Jung-Star wurde dafür in der Rubrik »Bester Darsteller in einer Hauptrolle« nominiert. Safdie könnte den Academy Award für die beste Regie mitnehmen.

Drehbuch und Schnitt

Insgesamt entfallen neun Oscar-Nominierungen auf Marty Supreme, darunter auch in den Rubriken Casting, Kameraführung, Kostümdesign, Produktionsdesign und Schnitt. Um letzteren kümmerte sich Safdie in Kooperation mit dem ebenfalls jüdischen Kollegen Ronald Bronstein. Für ihre Leistung wurden beide nominiert. Bronstein und Safdie stehen auch in einer weiteren Kategorie auf der Nominierungsliste, nämlich »Bestes Drehbuch«.

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Die Jüdin Kate Hudson wirkte bereits vor ihrem jüngsten Werk in 34 Kinofilmen mit. Song Sung Blue, eine wahre Geschichte, dürfte einer der interessantesten sein. Sie spielt darin Claire Sardina, eine Hälfte des Gesangsduos Lightning and Thunder, das mit Hits des (jüdischen) Barden Neil Diamond (der übrigens am Samstag 85 Jahre alt wird) zahlreiche Bühnen erobert. Für diese Rolle ist Kate Hudson soeben als »Beste Darstellerin« für den Oscar nominiert worden.

Die 98. Vergabe der Academy Awards in Hollywood findet am 15. März statt – und sie brach bereits einen Rekord, bevor sie überhaupt anfing: Sinners wurde für gleich 16 Oscars nominiert. Ein weiteres Werk, nämlich One Battle After Another, kommt immerhin auf 13. Diese unkonventionelle Action-Komödie ist kurzweiliger als die meisten Filme dieses Genres, die jemals gedreht wurden.

»Weniger jüdisch«

Die Story dreht sich um Pat Calhoun and Perfidia Beverly Hills, zwei Revolutionäre, die Migranten aus der Haft befreien. Sean Penn spielt den pflichtbewussten, aber etwas abgedrehten Kommandeur dieses Gefängnisses für Frauen, der sich ausgerechnet in Perfidia verliebt. Dafür wurde auch er für einen Academy Award nominiert.

Eine weitere Nominierte ist die Songschreiberin Diane Warren. Sie schrieb »Dear Me«, einen Song, der in einer Dokumentation über sie selbst, nämlich Diane Warren: Relentless, vorkommt. Sängerinnen-Kolleginnen wie Cher, Gloria Estefan und Jennifer Hudson sprechen darin über Diane Warren, deren jüdischer Vater David ihr zufolge einst den Nachnamen Wolfberg ablegte, da er einen wollte, der »weniger jüdisch« klang.

Auf Butterfly, ein animierter Kurzfilm über den französischen Auschwitz-Überlebenden und Profi-Schwimmer Alfred Nakache, entfiel eine Oscar-Nominierung in der Kategorie für sein Genre.

Eine Oscar-Nominierung für den besten ausländischen Film erhielt der 2025 beim Filmfestival in Venedig mit Standing Ovations und Palästina-Fahnen auf der Bühne gefeierte tunesische Film The Voice of Hind Rajab. Darin geht es um ein palästinensisches Mädchen, das Anfang 2024 während des Krieges bei der Flucht seiner Familie aus Gaza-Stadt in einem Auto festsaß und getötet wurde. Israel hat Vorwürfe bestritten, wonach seine Streitkräfte in der Nähe operiert hätten. Auf die Gründe für den Krieg und die Rolle der Hamas wird in dem Film nicht eingegangen.

Unmut bei Israels Kulturminister

Aus Israel wurden der Kurzfilm Butcher’s Stain von Meyer Levinson-Blount über einen israelischen Araber, der beschuldigt wird, Plakate von Hamas-Geiseln entfernt zu haben, und die Kurzfilm-Doku Children No More: Were and Are Gone von Hilla Medalia über Mahnwachen in Tel Aviv gegen den Gaza-Krieg nominiert.

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Dazu schrieb Israels Kulturminister Miki Zohar (Likud) auf der Plattform X: »Tut so, als wärt ihr überrascht.« Die beiden israelischen Oscar-Anwärter richteten sich »gegen Israel«. Ihre Nominierungen sprächen für »Reformen« in der Filmindus­trie, die der Minister anstrebe.

Dazu gehört die Schaffung eines alternativen Filmpreises anstatt des Ophir Award, dessen Sieger automatisch Israels Kandidat für eine Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film wird. 2025 gewann The Sea bei den Ophir Awards, ein Spielfilm über einen palästinensischen Jungen, der ans Meer will und an einem Checkpoint aufgehalten wird, woraufhin Zohar die Finanzierung für die Ophir-Preisverleihung strich.

Alle Oscar-Nominierungen sind hier einsehbar.

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