Bei einem Konzert im Frankfurter Waldstadion ist es am Samstagabend zu einem Vorfall gekommen, der den früheren Sänger der Gruppe Culture Club, Boy George, betraf. Er war Teil eines Events, in dessen Rahmen Pop-Stars der 80er Jahre auftraten. Seine Performance endete nach zwei Titeln mit einem Eklat. Laut eines Berichts der »Hessenschau« des Hessischen Rundfunks stürmte der Sänger wütend von der Bühne. »Dünnhäutig« habe er auf eine »kleine Panne« mit seinen In-Ear-Kopfhörern reagiert.
Boy George, der neben Kim Wilde, Alphaville, Tony Hadley (Spandau Ballet) und Camouflage mit dabei war, soll zu Beginn seines Konzertes gesagt haben, er freue sich auf seinen ersten Auftritt, seit er »gecancelled« worden sei. Damit meinte er die Beschimpfungen, die ihn erreichten, seitdem er den Song »We Will Dance Again« aufnahm, in dem er Solidarität mit Israel und den Juden generell demonstriert. Die Plattform Bandcamp weigerte sich ebenso wie der Manager seines Plattenlabels, den Song zu veröffentlichen. Boy George zog Konsequenzen.
Der Vorfall in Frankfurt, der ihm nach einem begeisterten Applaus zu Beginn wütende Buh-Rufe einbrachte, war offenbar mehr als eine »kleine Panne«. Der Musiker selbst schrieb in einem inzwischen nicht mehr auffindbaren Statement auf der Plattform X von Sabotage: »Die großen Jungs an den Monitoren der Bühne beschlossen, meinen Auftritt zu sabotieren«, so Boy George. »Die In-Ear-Monitore waren so laut, dass ich meine Stimme kaum hören konnte. Als ich darum bat, dass sie leiser gestellt werden, wurden sie noch lauter.«
»Ich gebe seit einer langen Zeit Konzerte und ich kenne den Gestank von Sabotage, wenn er mich erreicht«, schrieb er. »Ich werde in London zum Ohrenarzt gehen müssen, denn meine Ohren wurden in Mitleidenschaft gezogen. Was für ein trauriger Abend. Danke für die Buh-Rufe!« Unklar ist, warum der X-Beitrag offenbar entfernt wurde und ob die Probleme in Frankfurt tatsächlich durch Sabotage verursacht wurden.
»SE18«, das neue Album von Boy George, ist ohne den Titel »We Will Dance Again« soeben bei Bandcamp veröffentlicht worden. Der Plattform zufolge hat dies damit zu tun, dass mit Künstlicher Intelligenz produzierte Titel dort verboten sind. Der pro-israelische Song kann separat auf der Webseite Payhip erstanden werden.
Kurz vor dem Frankfurter Auftritt postete Boy George eine deutliche Ansage zum Thema Israel: »›Solange Israel auf dieser Erde existiert, wird es keinen Frieden geben.‹ Wenn dieser Satz für Euch zweideutig ist, verpisst Euch von meiner Timeline. Vertraut mir: Ich habe im Moment die besten Anwälte. Es sind Juden :).«