Franz Roggow spielt bei Hannover 96 eigentlich im Mittelfeld. Aber für die Kampagne »Shalom, Digga. Sag Nein zu Judenhass« hat der gebürtige Eberswalder, der für den niedersächsischen Zweitligisten mit der Nummer 13 auf dem Platz steht, kurz mal seine Position verlassen und bezieht zu einem ganz anderen Thema Stellung. »Auf dem Platz zählt, was du kannst. Nicht, woher du kommst oder woran du glaubst. Daher haben Hass und Antisemitismus bei uns keinen Platz und am besten nirgendwo.«
Roggow ist neben Benjamin Källmann, Benedikt Pichler und Leo Weinkauf einer von vier Spielern, die für die Social-Media-Kampagne des Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Gerhard Wegner, kleine Info-Videos aufgenommen haben, die seit Mittwoch auf Instagram, TikTok und YouTube Shorts zu sehen sind. Die Beiträge sollen zeigen, »dass Hass und Diskriminierung nicht mit dem Sport vereinbar sind«, heißt es in einer Pressemitteilung.
Seit 2026 stellt die Kampagne »Shalom, Digga.«, die seit einem Jahr kleinere Beiträge, die über Judenhass aufklären sollen, das Bundesland Niedersachsen verstärkt in den Mittelpunkt. Einige Clips wurde laut Veranstalter »bereits in der Innenstadt Hannovers und in einer Hannoveraner Synagoge gedreht«.
Henning Bindzus, Geschäftsführer von Hannover 96 sagte bei der Präsentation von »Shalom, Digga.« Diskriminierung habe weder auf dem Spielfeld noch auf den Tribünen einen Platz. »Als Hannover 96 möchten wir Menschen ermutigen, hinzusehen, Haltung zu zeigen und ihre Stimme zu erheben – dafür setzen wir uns seit vielen Jahren aktiv ein.« Nur gemeinsam könne ein Umfeld, das von Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt geprägt ist, geschaffen werden.
Antisemitische Codes aufdecken
Dem starken Anstieg antisemitischer Vorfälle will der Antisemitismusbeauftragte Wegner mit »Shalom Digga« etwas entgegensetzen, indem »die Kampagne antisemitische Codes aufdeckt und Jugendliche für die Problematik sensibilisiert. Dabei holt die Kampagne sie dort ab, wo sich Jugendliche ohnehin bewegen, auf den Sozialen Netzwerken, auf der Straße und jetzt auch im Stadion.«
Und manchmal auch direkt auf der Straße, denn den »Ampelcheck«, bei dem Jugendliche und Ältere Aussagen zu Macht und Geld überprüfen können, den gibt es im jüngsten Clip direkt von unterwegs. ja