Die Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur erhalten mehr Geld. Insgesamt seien zusätzliche zehn Millionen Euro vorgesehen - fünf Millionen für Projektförderungen und fünf für die institutionelle Stärkung der vom Bund geförderten Gedenkstätten, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Montag bekanntgab.
»Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und Geschichtsverfälschung zunehmen und die Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen, braucht unsere Erinnerungskultur starke Erinnerungsorte«, sagte Weimer zu der geplanten zusätzlichen Förderung.
Mehr Schutz für Gedenkstätten
Gedenkstätten können für die Projektförderung voraussichtlich ab September Förderanträge stellen. Von den weiteren fünf Millionen sollen unter anderem die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, die Bayerischen KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg und die Gedenkstätte Topografie des Terrors profitieren.
Ein Schwerpunkt ist hier auch ein besserer Schutz für die Gedenkstätten und deren Mitarbeiter. »Wer historische Fakten leugnet oder Erinnerungsorte angreift, relativiert unsere Geschichte und diffamiert die Opfer von Gewalt und Unterdrückung«, so Weimer.
Gedenktafel mit Hakenkreuz beschmiert
Dass mehr Schutz nötig ist, zeigt ein Vorfall vom Wochenende: Die Landespolizeiinspektion Nordhausen teilte mit, dass eine Gedenktafel für die Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora durch Unbekannte mit einem Hakenkreuz und dem einer Losung der NS-Zeit versehen wurde. Beides wurde mit einem schwarzen Stift auf die Tafel aufgebracht. Ein Spaziergänger hatte dies am Samstag gesehen und der Polizei gemeldet. Diese sucht nun nach Augenzeugen der Tat. KNA/dpa/ja