Nahost

Nach Abschuss eines US-Hubschraubers: Washington greift Iran an

»Das ist eine Antwort auf das, was sie getan haben. Sie haben unseren Hubschrauber gestern Nacht angegriffen, und ich glaube, die Reaktion muss sehr stark, sehr kraftvoll sein – und genau das ist sie«: Apache-Hubschrauber des US-Militärs Foto: picture alliance / HB-Press-Agency

Die Vereinigten Staaten haben militärische Ziele im Iran angegriffen. Hintergrund ist der Abschuss eines amerikanischen Apache-Kampfhubschraubers über der Straße von Hormus. Präsident Donald Trump machte Teheran verantwortlich und kündigte weitere entschlossene Reaktionen der USA an.

Nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) begannen die Angriffe am Dienstagabend (Ortszeit USA). Die Einsätze stellten eine »verhältnismäßige Antwort auf die ungerechtfertigte iranische Aggression« dar. An mehreren Orten an der Küste des Persischen Golfs wurden Explosionen gemeldet.

US-Medienberichten zufolge richteten sich die Angriffe gegen iranische Luftverteidigungs- und Radaranlagen. Iranische Staatsmedien berichteten von Detonationen in Bandar Abbas, Qeschm, Sirik und an anderen Orten.

Kraftvolle Reaktion

Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die beiden Besatzungsmitglieder des abgeschossenen Hubschraubers seien unverletzt gerettet worden. Zugleich betonte der Präsident: »Dennoch müssen die Vereinigten Staaten auf diesen Angriff reagieren.«

Nach Angaben amerikanischer Regierungsvertreter wurde der Hubschrauber von einer iranischen Drohne getroffen. Ob die Maschine gezielt angegriffen wurde oder ob andere Umstände eine Rolle spielten, blieb zunächst unklar. Iranische Medien bestätigten den Vorfall indirekt, wiesen jedoch darauf hin, dass Teheran keine Verantwortung für den Abschuss übernommen habe.

In einem Interview mit ABC News verteidigte Trump die Militärschläge. »Das ist eine Antwort auf das, was sie getan haben. Sie haben unseren Hubschrauber gestern Nacht angegriffen, und ich glaube, die Reaktion muss sehr stark, sehr kraftvoll sein – und genau das ist sie.«

»Verlasst unsere Region«

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, erklärte, er habe sich bei der Entscheidung über die Wiederaufnahme der Angriffe gemeinsam mit Trump im Raum befunden. »Wir bedauern, dass dies notwendig geworden ist«, sagte Johnson. Man müsse die Angelegenheit nun erledigen.

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Aus Teheran folgten umgehend Warnungen. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf X, sein Land werde »keinen Angriff und keine Drohung unbeantwortet lassen«. Weiter schrieb er: »Trotz seiner Niederlagen auf dem Schlachtfeld entschieden sich die USA, unsere Entschlossenheit auf die Probe zu stellen.« Zugleich forderte er die amerikanischen Streitkräfte auf: »Verlasst unsere Region, wenn ihr sicher sein wollt.«

Bereits zuvor hatte Araghtschi erklärt, ausländische Truppen in der Nähe des iranischen Staatsgebiets seien ständig Risiken durch Fehleinschätzungen, Unfälle oder ein mögliches Kreuzfeuer ausgesetzt. Die beste Möglichkeit zur Verringerung dieser Gefahren sei ihr Abzug.

Unbemannte Überwasserdrohne

Die jüngste Eskalation erfolgt trotz laufender diplomatischer Bemühungen. Trump hatte zuletzt erklärt, Israel und Iran seien an einer sofortigen Waffenruhe interessiert. »Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen werden wird«, sagte er. Ein Durchbruch könne innerhalb von »zwei oder drei Tagen« erreicht werden.

Das US-Zentralkommando teilte außerdem mit, die Besatzung des abgeschossenen Hubschraubers sei bereits am Montagabend gerettet worden. An der Rettungsaktion waren Einheiten der US-Marine, der 82. Luftlandedivision sowie Luftwaffenverbände beteiligt. Erstmals bestätigten die Streitkräfte dabei offiziell den Einsatz einer unbemannten Überwasserdrohne zur Bergung von Soldaten. Die beiden Piloten wurden demnach zunächst von der Drohne aufgenommen und später auf See von einem Hubschrauber gerettet.

Am frühen Morgen griff der Iran nach eigenen Angaben mehrere amerikanische Militärstandorte in der Golfregion an. Betroffen sind demnach Einrichtungen in Kuwait, Jordanien und Bahrain.

Revolutionsgarden drohen USA

Die kuwaitischen Streitkräfte teilten am frühen Mittwochmorgen mit, feindliche Luftziele abgefangen zu haben. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, die Revolutionsgarden hätten den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait angegriffen.

Nach Angaben iranischer Staatsmedien richteten sich weitere Angriffe gegen die US-Basis al-Azraq in Jordanien. Die Revolutionsgarden erklärten demnach, vier Ziele innerhalb des Stützpunkts mit Langstreckenraketen beschossen zu haben. Zu den anvisierten Einrichtungen hätten Hangars für F-35-Kampfjets sowie ein Führungs- und Kontrollzentrum gehört.

Zugleich drohte die iranische Eliteeinheit mit weiteren »Vergeltungsmaßnahmen«. Man sei bereit, auf zusätzliche amerikanische Angriffe mit einer »vernichtenden und entschlossenen« Antwort zu reagieren, hieß es.

Auch in Bahrain wurden in den frühen Morgenstunden Luftalarm-Sirenen ausgelöst. Das Innenministerium des Königreichs machte dafür iranische Angriffe verantwortlich. im

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