Eine iranische Rakete ist am Morgen direkt in einer Siedlung im Westjordanland eingeschlagen und hat dabei mehrere Wohnhäuser beschädigt. Verletzte gab es nach Angaben lokaler Behörden nicht.
Der Vorfall ereignete sich während einer Serie von Raketenangriffen, die laut israelischen Angaben aus mehreren Richtungen gleichzeitig erfolgten. Parallel dazu hatten auch vom Jemen aus gestartete Huthi-Raketen erneut israelisches Gebiet ins Visier genommen.
Der Vorsitzende des Regionalrats Samaria, Yossi Dagan, erklärte, es grenze an ein Wunder, dass bei dem Angriff niemand zu Schaden gekommen sei. Der Vorfall deute jedoch auf einen dringenden Bedarf an besserem Schutz in den Gemeinden hin.
Krankenhäuser in Schutzbereiche verlegt
Als Reaktion auf die Sicherheitslage wurden mehrere israelische Kliniken angewiesen, ihren Betrieb in geschützte Bereiche zu verlagern. Das Ichilov Hospital in Tel Aviv sowie medizinische Zentren in Galiläa und Poriya arbeiten demnach teilweise in unterirdischen oder gesicherten Strukturen.
Der Direktor des Galilee Medical Center, Masad Barhoum, erklärte laut »The Times of Israel«: »Wir sind darauf vorbereitet, die bestmögliche und sicherste medizinische Versorgung für die Bewohner des Nordens bereitzustellen, und wir werden dies unter jedem Szenario und unter allen Umständen fortsetzen.«
Auch die militärische Führung reagierte unmittelbar auf die Lage. Der Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, Eyal Zamir, leitete die Operationen nach Militärangaben aus einem geschützten Kommandozentrum.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, sie hätten bei ihren Angriffen unter anderem die Luftwaffenstützpunkte Tel Nof und Nevatim getroffen. Dies sei eine Reaktion auf israelische Angriffe auf iranisches Territorium sowie auf frühere Gefechte im sogenannten 12-Tage-Krieg gewesen.
Luftabwehr verhindert größere Schäden
Das iranische Regime unterstützt die Hamas und Hisbollah sowie die Huthi. Die erstgenannten Terrororganisationen griffen Israel bereits vor dem 7. Oktober 2023 unentwegt an. Dann folgten die Massaker und Geiselnahmen der Hamas. Einen Tag später feuerte die Hisbollah Raketen auf Nord-Israel, aus Solidarität mit der Hamas, wie ein Vertreter der Terrororganisation mitteilte. Der Iran droht Israel bereits seit Jahrzehnten mit Vernichtung.
Auch die jemenitischen Huthi bekannten sich zu einem Raketenangriff auf Israel und kündigten zugleich an, die israelische Schifffahrt im Roten Meer blockieren zu wollen.
Die israelische Armee teilte derweil mit, die meisten Geschosse seien abgefangen worden. Dies galt auch für die iranischen Raketen, die am Morgen auf Israel abgefeuert wurden. Dennoch lösten die Angriffe landesweit Sirenen aus. Die Bevölkerung wurde zeitweise in Schutzräume geschickt, konnte diese jedoch später wieder verlassen.
Zwei Angriffswellen
Am frühen Nachmittag (Ortszeit) hieß es bei den Streitkräften (IDF), man sei auf mehrere Tage der Kämpfe vorbereitet. Möglicherweise werde der Krieg in vollem Umfang fortgeführt. Seit der vergangenen Nacht habe der Iran mindestens 20 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert, hieß es. Die israelische Antwort bestand bisher aus zwei Angriffswellen gegen Regime- und Militärziele.
Laut IDF sind die Amerikaner nicht an den Angriffen beteiligt, aber jeder Schritt werde mit ihnen koordiniert. Generalstabschef Eyal Zamir und Admiral Brad Cooper vom Central Command der US-Streitkräfte sollen seit den jüngsten Angriffen des Iran bereits mehrfach miteinander kommuniziert haben.
Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf Ziele im Iran fort. Dazu gehörten nach Angaben des Militärs auch petrochemische Anlagen im Südwesten des Landes. Die Armee erklärte, man sei »wachsam und bereit für fortgesetzte Operationen an allen Fronten gegen diejenigen, die den Staat Israel bedrohen.«
US-Präsident Donald Trump veröffentlichte gegen 5:30 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit einen Post auf seinem sozialen Medium Truth Social. Dieser lautete: »Israel und der Iran müssen sofort aufhören, zu ›schießen‹.«
Ben-Gurion-Flughafen in Betrieb
Mehrere Flughäfen im Iran stellten derweil ihren Betrieb wegen der Raketen- und Luftangriffe ein. Dazu gehörten die Flughäfen Imam Chomeini und Mehrabad in Teheran sowie Maschhad im Nordosten.
Das israelische Verkehrsministerium teilte im Gegensatz dazu mit, der Betrieb am Ben-Gurion-Flughafen laufe zunächst regulär weiter. Gleichzeitig werde aber über erneute Einschränkungen der Passagierzahlen beraten. Am Morgen waren im Laufe des Tages Dutzende Landungen und ebenso viele ausgehende Flüge vorgesehen.
Soeben erklärte jedoch die ungarische Linie WizzAir, alle ihre Flüge von und nach Israel würden bis auf weiteres gestrichen. im