Nahost

Israel reagiert mit Angriffen auf iranische Raketenattacken

Im Norden Israels fliegen Abwehrraketen iranischen Geschossen entgegen. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Die Situation im Nahen Osten hat sich in der Nacht dramatisch verschärft. Nach einem unprovozierten iranischen Raketenangriff auf Israel flog die israelische Luftwaffe Angriffe gegen militärische Einrichtungen im Westen und Zentrum Irans. Alle namhaften israelischen Medien berichteten. Damit ist die Waffenruhe, die seit April gegolten hatte, faktisch schwer beschädigt.

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte (IDF) wurden mehrere militärische Ziele auf iranischem Gebiet angegriffen. Iranische Medien berichteten von Explosionen in Teheran, Isfahan und Tabriz. Berichten zufolge waren etwa 15 Standorte betroffen. Als Ziele wurden unter anderem ein Drohnenlager in Teheran sowie Einrichtungen im Bereich des Flughafens Mehrabad genannt.

Die israelische Reaktion erfolgte wenige Stunden nach einem iranischen Raketenbeschuss auf Nordisrael. Es handelte sich um den ersten direkten iranischen Angriff dieser Art seit Inkrafttreten der Waffenruhe im Frühjahr. Infolge der neuen Eskalation sperrte der Iran den Luftraum rund um den internationalen Flughafen Imam Chomeini in Teheran.

»Relativ begrenzt«

US-Präsident Donald Trump hatte offenbar versucht, eine weitere militärische Eskalation zu verhindern. Mehreren Berichten zufolge forderte er Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, von einem Gegenschlag abzusehen. Dennoch erfolgten die israelischen Angriffe noch in derselben Nacht.

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Aus Washington hieß es anschließend, die USA seien nicht an den Operationen beteiligt gewesen. Ein Beamter aus dem US-Verteidigungsministerium erklärte laut »Axios«, die israelischen Angriffe seien »relativ begrenzt« gewesen. Ein weiterer Regierungsvertreter betonte gegenüber der Publikation: »Wir hatten damit nichts zu tun.«

Gleichzeitig erhöhte Trump den politischen Druck auf die israelische Regierung. In einem Interview mit den »Financial Times« sagte er mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit Teheran: »Er (Netanjahu, Anm. d. Red.) wird keine andere Wahl haben, als einem Abkommen mit dem Iran zuzustimmen.« Der US-Präsident fügte hinzu: »Ich bestimme die Richtung. Ich bestimme alles. Er bestimmt gar nichts.«

Maßnahmen in Israel

Israel bereitet sich derweil auf weitere Angriffe vor. Das Gesundheitsministerium ordnete an, Krankenhäuser in den Notfallmodus zu versetzen und Behandlungen soweit möglich in unterirdische Schutzbereiche zu verlagern. Patienten, deren Zustand dies zulässt, sollen entlassen werden. Gesundheitseinrichtungen ohne unmittelbaren Zugang zu Schutzräumen bleiben geschlossen.

Auch die Sicherheitslage in anderen Ländern der Region verschärfte sich. Die US-Botschaft in Jordanien forderte amerikanische Staatsbürger auf, Schutzräume aufzusuchen. Hintergrund waren Berichte über Raketen, Drohnen und andere Flugkörper im jordanischen Luftraum.

Währenddessen wurde Israel erneut aus dem Jemen beschossen. Nach Angaben der Armee feuerten die Huthi-Terroristen eine Rakete auf das Land ab. In Tel Aviv, Jerusalem und weiten Teilen Zentralisraels heulten die Sirenen. Die Streitkräfte teilten mit, Abfangmaßnahmen eingeleitet zu haben.

Ob die Waffenruhe wieder in Kraft treten kann, ist unklar. im

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