Jerusalem

Likud verzichtet auf Wahlkampf mit Trump-Nähe als zentralem Thema

Ein Wahlplakat der Likud-Partei von 2019. In dieser Form will die Partei von Benjamin Netanjahu jetzt offenbar nicht werben. Foto: picture alliance/dpa

Die israelische Regierungspartei Likud soll eine geplante Wahlkampagne gestoppt haben, die die engen Beziehungen zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump in den Mittelpunkt stellen sollte. Das berichtet der Sender »i24 News«.

Demnach kamen Parteistrategen zu dem Schluss, dass die Verbindung zum amerikanischen Präsidenten Netanjahu bei der kommenden Parlamentswahl keinen entscheidenden Vorteil verschaffen würde. Hintergrund sei insbesondere die jüngste Vereinbarung zwischen den USA und Iran, die in Israel von vielen politischen Akteuren kritisch gesehen werde.

Laut dem Bericht fiel die Entscheidung bereits vor einigen Tagen, als Trump die letzten Details des Abkommens mit Teheran aushandelte. Innerhalb des Likud habe sich die Einschätzung durchgesetzt, dass die demonstrative Nähe zum US-Präsidenten weder zusätzliche Wähler gewinnen noch die Erfolgsaussichten Netanjahus an der Wahlurne verbessern werde.

Lesen Sie auch

Hinzu kommt, dass sich das Verhältnis zwischen Trump und dem israelischen Regierungschef zuletzt öffentlich eingetrübt hat. Trump bestätigte Anfang des Monats in einem Interview, dass er Netanjahu während eines Telefonats als »verdammt verrückt« bezeichnet habe.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Berichte dieser Woche, wonach Trump nach einem israelischen Angriff auf Beirut gegenüber dem Nachrichtenportal »Axios« erklärt haben soll, er habe Netanjahu gesagt, dieser verfüge über »überhaupt kein scheiß Urteilsvermögen«.

Noch vor kurzem hatten politische Beobachter die enge persönliche Verbindung zwischen Trump und Netanjahu als möglichen Pluspunkt für den israelischen Regierungschef angesehen. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen scheinen diese Einschätzung jedoch zumindest innerhalb des Likud verändert zu haben. im

Tel Aviv

Sasha Troufanov und Sapir Cohen: Emotionale Hochzeit zweier ehemaliger Geiseln in Israel

»Ihr wart die ganze Zeit an unserer Seite. Vielen Dank. Ich liebe euch«, sagte der Bräutigam unter der Chuppa. Unter den Gästen war auch Israels Präsident Isaac Herzog

 06.07.2026

Jerusalem

Netanjahu widerspricht Vance: Israel hat »sehr viele Freunde«

Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance behauptet, dass die USA der einzige internationale Verbündete Israels seien. Der israelische Präsident entgegnete, dass die internationalen Beziehungen des Landes deutlich besser seien, als es der öffentliche Eindruck vermuten lasse

 06.07.2026

Jerusalem

Israel stellt Unterstützungs-Programm für Überlebende des Nova-Festivals bereit

60 Millionen Schekel will die israelische Regierung investieren, damit Betroffene bis mindestens 2028 kontinuierlich betreut und rehabilitiert werden

 06.07.2026

Gesundheit

Rezept gegen die Pillen

Neue Vorschriften sollen den Missbrauch opioidhaltiger Medikamente eindämmen. Israel führt weltweit beim Pro-Kopf-Konsum

von Sabine Brandes  05.07.2026

Ehemalige Geiseln

Wenn aus Ketten Freudentänze werden

Hennafeier von Eliya Cohen und Ziv Abud: Das Paar feiert seine Liebe und bereitet sich auf die Hochzeit im August vor

von Sabine Brandes  03.07.2026

Wirtschaft

So viele Millionäre gibt es in Israel

Ein Überblick

von Sabine Brandes  03.07.2026

Kriminalität

Vier Tote in 24 Stunden

Nur 12 Prozent aufgeklärt: Israels arabische Gemeinde sieht sich einer immer weiter eskalierenden Welle der Gewalt gegenüber

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gazastreifen

Israelische Armee tötet Entführer von Daniel Perez

Muhammad Na’im Jandiya überfiel mit einer Nukhba-Einheit den Kibbuz Nahal Oz

 03.07.2026

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026