Trotz eines von Krieg, geopolitischer Unsicherheit und zunehmendem wirtschaftlichem Druck geprägten Jahres 2025 waren die Israelis wohlhabender denn je, hat der aktuellen UBS Global Wealth Report herausgefunden.
Das durchschnittliche persönliche Vermögen pro Erwachsenem stieg bis Ende 2025 auf 312.108 US-Dollar (umgerechnet etwa 272.500 Euro), gegenüber 284.224 US-Dollar im Vorjahr. Obwohl Israel im globalen Ranking um einen Platz auf Rang 18 abrutschte und hinter Irland und vor Südkorea liegt, unterstreichen die Zahlen das anhaltende Vermögenswachstum des Landes.
Rund 195.000 Millionäre in Israel
Und auch die Zahl der Dollar-Millionäre stieg weiter. Ende 2025 gab es in Israel rund 195.000 Millionäre, ein Anstieg von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt mehr als 8.800 Menschen kamen neu hinzu. Und gleichzeitig machen Millionäre nur 3,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Israels aus.
Eine der auffälligsten Erkenntnisse des Berichts betrifft die Vermögensverteilung in Israel. Über 82 Prozent des Bruttovermögens der privaten Haushalte sind in Finanzanlagen wie Bargeld, Einlagen, Wertpapieren und Investmentfonds angelegt. Das ist der höchste Anteil aller untersuchten Länder. Israel liegt in dieser Kategorie vor Taiwan und den USA.
Hinter der Schlagzeile deutet der Bericht jedoch auf eine wachsende Vermögensungleichheit hin. Denn während das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenem weiter gestiegen ist, hat sich das sogenannte Medianvermögen, das als genauerer Indikator für die finanzielle Lage eines typischen Haushalts gilt, in die entgegengesetzte Richtung entwickelt.
Chefökonom Paul Donovan: »Menschen neigen dazu, ihr Vermögen im Verhältnis zum Vermögen anderer zu betrachten, anstatt es absolut zu messen.«
UBS stellte fest, dass das durchschnittliche Vermögen in Israel zwischen 2020 und 2025 inflationsbereinigt um mehr als 15 Prozent gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum sank das Medianvermögen um mehr als 12 Prozent, was die wachsende Kluft zwischen den wohlhabendsten Bürgern des Landes und der breiten Bevölkerung verdeutlicht.
Dem Bericht zufolge verfügen gut 42 Prozent der erwachsenen Israelis über ein Nettovermögen zwischen 100.000 und einer Million US-Dollar, während knapp 40 Prozent in die Vermögensklasse zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar fallen. Im Index der Vermögensungleichheit belegt Israel mit einem Wert von 0,66 den 25. Platz in der Welt.
Die Zuwächse wurden vor dem Hintergrund eines der wirtschaftlich schwierigsten Jahre der israelischen Geschichte erzielt. Kriegsbedingte Ausgaben trieben die Staatsverschuldung weiter in die Höhe. Und doch erwiesen sich die Finanzmärkte als bemerkenswert widerstandsfähig. Die Aktienindizes der Börse Tel Aviv erreichten Rekordhochs und übertrafen damit viele der weltweit führenden Aktienmärkte.
Zudem wertete der Schekel gegenüber dem US-Dollar und dem Euro auf, während die Exits israelischer Technologieunternehmen um 340 Prozent auf 58,8 Milliarden US-Dollar in die Höhe schnellten.
Schweiz führt Weltrangliste bei Privatvermögen an
Die Schweiz führt übrigens die Weltrangliste beim durchschnittlichen Privatvermögen an, gefolgt von den Vereinigten Staaten von Amerika und Luxemburg. Luxemburg und die Schweiz wiesen weiterhin die höchste Millionärsdichte auf.
Paul Donovan, Chefökonom von UBS Global Wealth Management, kommentiert die Ergebnisse wie folgt: »Menschen neigen dazu, ihr Vermögen im Verhältnis zum Vermögen anderer zu betrachten, anstatt es absolut zu messen.«
Und er hebt hervor, dass die Vermögensungleichheit unter dem Fokus der sozialen Medien immer stärker in den Vordergrund rücke. Seiner Einschätzung nach bedeute es, »dass selbst bei einem Rückgang der Ungleichheit das Bewusstsein für Ungleichheit zugenommen hat«.