Archäologie

1.300 Jahre altes »Industriegebiet« in Israel gefunden

Screenshot aus einem YouTube-Video der israelischen Antiquitäten-Behörde über die Ausgrabung in Ramat Gan Foto: YouTube

Archäologen in Israel haben einen rund 1.300 Jahre alten Industrie- und Gewerbekomplex entdeckt. Die Ausgrabungen am Stadionparkplatz von Ramat Gan bei Tel Aviv hatten mehrere sich überschneidende Straßen sowie Keramiköfen und andere handwerkliche Installationen aus dem siebten oder achten Jahrhundert nach Christus zutage gefördert, wie die israelische Altertumsbehörde IAA am Sonntag mitteilte.

»Obwohl in der Gegend bereits früher Gebäude und Funde aus antiken Epochen entdeckt wurden, übertrafen die Ergebnisse der aktuellen Ausgrabung alle Erwartungen«, erklären die IAA-Grabungsleiter Yoav Arbel und Lior Rauchberger. Die planmäßige Anlage mit geraden Straßen legt aus Sicht der Forscher nahe, dass der Komplex im Vorfeld von Ingenieuren sehr sorgsam geplant worden war.

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»Auch die Lage dürfte kein Zufall gewesen sein: Der Standort befand sich nahe der Hauptstraße, die Jaffa, Ramla - damals die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks - und Jerusalem miteinander verband«, hieß es.

Rund 150 Jahre in Nutzung

Nach Angaben der Archäologen wurde der Komplex etwa 150 Jahre genutzt, bevor er unter unbekannten Umständen aufgegeben wurde. Im zehnten Jahrhundert wurden dort wieder Gebäude errichtet, die allerdings im Zuge des Ersten Kreuzzugs 1099 wieder zerstört wurden. Danach blieb das Areal lange Zeit unbewohnt.

Die Forscher weisen auf die Bevölkerungsvielfalt hin, die zur Zeit der ersten Errichtung der Gebäude in der Region bestand. So waren dort jüdische, muslimische, christliche und samaritische Gemeinden beheimatet. Die Funde ließen aber keinen Schluss zu, welche dieser Gemeinschaften den Komplex seinerzeit errichtet hatte. kna

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