Buenos Aires/Jerusalem

Mali und Liel Yahalomi in Argentinien gefunden

Mali (l.) und Liel Yahalomis Reise führte sie zuerst nach Prag. Der Familie schickten sie Fotos und Videos – wie dieses von einer der Moldaubrücken. Foto: Israelische Botschaft Wien

Die beiden vermissten Israelis Mali und Liel Yahalomi wurden am Freitag in Argentinien ausfindig gemacht, wie die israelische Polizei mitteilte. Mutter und Tochter sind wohlauf und offenbar aus eigenem Willen in dem südamerikanischen Land. Zuvor hatte deren Verschwinden während eines Urlaubs in Europa für Schlagzeilen in der israelischen Presse gesorgt und eine großangelegte Suche der Sicherheitsdienste ausgelöst. 

Vielfach wurde spekuliert, ob die Yahalomis Opfer eines Verbrechens geworden waren. Wie sich nun herausstellt, haben die beiden ihr Verschwinden selbst geplant.

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Wie die »Times of Israel« berichtet, konnten die israelischen Behörden mittlerweile die vergangenen Wochen im Leben von Mali und Liel Yahalomi rekonstruieren. Demnach planten die beiden mithilfe eines KI-Chatbots, ihr Leben in Israel hinter sich zu lassen und heimlich in ein anderes Land zu ziehen. Den Rest der Familie ließen sie über ihre Absicht offenbar im Unklaren.

Mutter und Tochter schalteten ihre Handys aus

Berichten zufolge versorgte sich die Mutter unmittelbar vor der Ausreise aus Israel mit viel Bargeld und hob ungefähr 14.000 Euro ab. Die Reiseroute der beiden Frauen führte sie zunächst nach Europa. Von Prag aus schickten sie ihren Verwandten noch eine Videoaufnahme, die zuvor in Wien entstanden war. Um einer möglichen Ortung zu entgehen, schalteten sie anschließend ihre bisherigen Mobiltelefone ab und nutzten stattdessen neu gekaufte Geräte, während sie ihre Reise über Österreich und Deutschland in Richtung Südamerika fortsetzten.

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Der entscheidende Hinweis für die Ermittler ergab sich, als festgestellt wurde, dass die Gesuchten eine Maschine von Frankfurt am Main nach Buenos Aires genommen hatten. Nach ihrer Landung in Argentinien wurde Walter Kogan, ein Verbindungsmann der israelischen Polizei in Südamerika, eingeschaltet. Mithilfe ziviler Einsatzfahrzeuge der argentinischen Polizei konnten die Frauen schließlich gestoppt werden.

Kogan stieg in den Reisebus der beiden ein. Die Frauen reagierten äußerst überrascht auf die plötzliche Konfrontation mit einem hebräisch sprechenden Beamten. Eine kurze Befragung brachte jedoch schnell Klarheit: Die Frauen waren weder einer Gewaltdrohung ausgesetzt, noch wurden sie zur Flucht gezwungen – sie hatten Israel völlig freiwillig verlassen.

Die beiden wollten ein neues Leben beginnen

Nach Angaben des Nachrichtensenders »Channel 12« erklärten sie gegenüber Kogan, sie wollten lediglich alle Brücken zu ihrer Familie und ihrem Heimatland abbrechen. Der Beamte hakte nach und fragte gezielt, ob sie erpresst oder bedroht würden. Dies verneinten die Frauen ebenso wie die Frage nach einer möglichen Flucht vor Schulden. Ihr einziges Motiv sei es, ihr bisheriges Leben komplett hinter sich zu lassen.

Wie eine Quelle gegenüber Channel 12 angab, hätten die israelischen Ermittlungsbehörden die Frauen gerne noch intensiver befragt. Dies sei jedoch durch die argentinischen Behörden vor Ort unterbunden worden.

Gegenüber israelischen Medien äußerten sich die Verwandten der beiden Frauen fassungslos darüber, dass Mutter und Tochter ihre Flucht so heimlich und planmäßig vorbereitet hatten. Trotz des Schocks betonten die Angehörigen jedoch auch ihre große Erleichterung darüber, dass die beiden unversehrt aufgefunden wurden. ja

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