Religiosität

Mehr Israelis für jüdische Präsenz im öffentlichen Raum

Foto: Flash 90

Der Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 hat sich auch auf die Haltung israelischer Juden zur Präsenz von Judentum und Tradition im öffentlichen Raum ausgewirkt. Heute befürworten mehr jüdische Israelis als vor dem Krieg jüdische Ausdrucksformen im öffentlichen Raum, wie der Sender »Arutz Scheva« am Donnerstag unter Berufung auf den »Index für Judentum und Tradition« des israelischen national-religiösen Rabbinernetzwerks »Tzohar« berichtet.

Die modern-orthodoxe Organisation setzt sich für Brücken zwischen dem religiösen und dem säkularen Teil der israelischen Gesellschaft sowie einen einladenden, zwangfreien Umgang mit dem jüdischen Erbe ein.

Bei einer Befragung gaben laut Bericht 69 Prozent der Teilnehmer an, die Präsenz des Judentums in der Öffentlichkeit zu befürworten, sofern sie keinen Zwang beinhalte oder die öffentliche Ordnung störe. Das sind sechs Prozent mehr als vor dem Krieg. Die Zustimmung reichte von 95 Prozent in der streng religiös-jüdischen Bevölkerung bis zu 57 Prozent in der säkularen israelischen Gesellschaft. Für 63 Prozent der Befragten gelten solche Ausdrucksformen als selbstverständlich in einem jüdischen Staat.

Junge befürworten Religion auf der Straße stärker

Eine überraschende Kluft zeigt sich laut Bericht hingegen bei den verschiedenen Altersgruppen. Stärkste Zustimmung erhalten sichtbare Ausdrucksformen des Judentums auf der Straße unter 18- bis 24-Jährigen (75 Prozent). In der Gruppe der über 65-Jährigen äußerten sich 46 Prozent negativ über religiöse Bekundungen im öffentlichen Raum.

Unterschiedliche Zustimmungsraten erhielten auch die verschiedenen Formen der Präsenz. Während 73 Prozent der Befragten das Anzünden eines Chanukkahleuchters in der Öffentlichkeit als angemessen empfinden, stößt regelmäßiges öffentliches Beten nur bei 38 Prozent auf Zustimmung.

Politische Vermischung wirkt sich negativ aus

Faktoren, die sich negativ auf die Akzeptanz von öffentlich gezeigtem Judentum auswirken, sind demnach die Verbindung von Politik und religiösen Aktivitäten (71 Prozent), laute Musik (67 Prozent), Geschlechtertrennung (54 Prozent) sowie unaufgeforderte religiöse Annäherungsversuche (51 Prozent). Zwiespältig äußerten sich die Befragten zur gesetzlichen Verankerung von Schutzmaßnahmen für religiöse Aktivitäten. 33 Prozent hielten sie für unnötig, 50 Prozent für schlecht.

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