Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Liel und Mali Yahalomi Foto: Kan

Im Fall der vermissten Frauen Mali und Liel Yahalomi, die seit Freitag, dem 7. August, in Wien als vermisst gelten, hat die Wiener Polizei die Suche in der Stadt eingestellt, doch die Ermittlungen gehen weiter, berichtet der israelische Sender Kan. Laut österreichischen Medien hat Europol, die Polizeibehörde der Europäischen Union, sich eingeschaltet, da mittlerweile davon ausgegangen wird, dass Mutter und Tochter sich nicht mehr in Österreich aufhalten.

Aus Israel ist ein Bruder von Mali Yahalomi nach Wien gereist. Die Notfallhilfe Magen Search and Rescue ist vor Ort. Nach inzwischen veröffentlichten israelischen Medienberichten ist auch der Mossad in die Suche einbezogen worden.

Da die Telefone der Frauen zuletzt am Samstagmorgen nahe dem Bahnhof geortet wurden, werden städtische Überwachungskameras ausgewertet, was noch andauere, so Kan weiter. Weil die Familie den Schabbat hält, wird davon ausgegangen, dass sie zu Fuß unterwegs waren - wenn sie sich freiwillig auf den Weg gemacht haben. Die Entfernung von der Ferienunterkunft, in der nichts zurückgelassen wurde, zum Bahnhof beträgt etwa zwei Kilometer. Überwachungskamera-Aufnahmen aus dem Bahnhof sollen zeigen, ob sie möglicherweise in einen Zug gestiegen sind.

Keine Konflikte in der Familie

Es gibt verschiedene Aufklärungsansätze: Die Wiener Polizei betrachtet die vermissten israelischen Frauen bisher nicht als Opfer einer Straftat, während die israelischen Hilfskräfte und die Familie einen terroristischen Hintergrund fürchten, vor allem auch angesichts der Tatsache, dass es in europäischen Städten immer wieder zu Angriffen gekommen ist, wenn Menschen Hebräisch sprechen.

Den am Donnerstag kursierenden Gerüchten, dass Mali Yahalomi als Bankangestellte große Summen Geld veruntreut hätte, was kurzzeitig zu einem Sturz des Aktienkurses der Bank of Jerusalem führte, haben sowohl die Bank als auch die Familie widersprochen. Weder seien bei einer Prüfung in der Bank Unregelmäßigkeiten gefunden worden, noch habe es auf den Konten der Frauen Auffälligkeiten gegeben.

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Mali Yahalomis Brüder Ronen und Moshe sagten gegenüber verschiedenen israelischen und internationalen Medien, dass die Reise eine Überraschung der Tochter zum 50. Geburtstag der Mutter gewesen sei. Ihre Schwester habe im Vorfeld nichts davon gewusst.

Zu den Gerüchten über deren Arbeit bei der Bank of Jerusalem betonte Ronen Yahalomi, dass seine Schwester finanziell unabhängig sei und gut verdiene. Auch gebe es keine Konflikte in der Familie. Mali Yahalomi ist seit mehr als 20 Jahren geschieden, und die Trennung sei »sauber« gewesen, so Moshe Yahalomi.

Das Limit dessen, wie viel man sich sorgen kann, sei erreicht, wird Ronen Yahalomi zitiert, der nach Wien gereist ist. In einem emotionalen Fernsehauftritt bei Kanal 13 richtete sich sein Bruder Moshe direkt an seine Schwester und Nichte: »Wir machen uns große Sorgen um euch. Wir setzen wirklich alles in Bewegung und lassen keinen Stein auf dem anderen, um euch zu finden.« ja

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