Zwei israelische Reservisten sind am Donnerstag bei einem Drohnenunfall während eines Einsatzes im Gazastreifen ums Leben gekommen. Nach Angaben der israelischen Armee explodierte eine kleine mit Sprengstoff beladene Drohne, nachdem sie aus bislang ungeklärter Ursache abgestürzt war.
Bei den Getöteten handelt es sich um den 24-jährigen Nadav Kali aus Har Halutz und den 23-jährigen Ofek Moalem aus Jerusalem. Beide waren Reserveoffiziere und gehörten dem 7007. Bataillon der Jerusalemer Brigade an.
Der Unfall ereignete sich nach einer vorläufigen Untersuchung an einem israelischen Militärposten innerhalb der Pufferzone im nördlichen Gazastreifen. Kali und Moalem hatten dort sogenannte FPV-Drohnen des Typs »Atalef« bedient. Der hebräische Name bedeutet »Fledermaus«.
Explosion nach Absturz
Nach den bisherigen Erkenntnissen verlief der Einsatz zunächst planmäßig. Eine der Drohnen erfüllte ihren vorgesehenen Auftrag. Eine zweite Maschine stürzte dagegen bereits beim Start innerhalb des Militärpostens ab. Warum es dazu kam, ist bislang nicht bekannt. Beide Soldaten erlitten dabei so schwere Verletzungen, dass sie später im Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon starben.
Die israelischen Streitkräfte haben nach dem Vorfall eine Untersuchung eingeleitet. Generalstabschef Eyal Zamir ordnete die Bildung eines Expertenteams an, das die Umstände des »Sicherheitsvorfalls« untersuchen soll.
Drohneneinsätze vorerst eingeschränkt
Ziel sei es, die Ursachen des Unfalls zu klären und zu verhindern, dass sich ein vergleichbarer Vorfall wiederholt, teilte die Armee mit. Die Ermittlungen sollen insbesondere Aufschluss darüber geben, weshalb die Drohne abstürzte und warum es anschließend zu der Explosion kam.
Als unmittelbare Konsequenz wurden die betreffenden Drohnensysteme vorübergehend außer Betrieb genommen. Der Chef der israelischen Bodentruppen, Generalmajor Nadav Lotan, ordnete an, kleine Drohnen, die Sprengstoff transportieren können, mindestens 48 Stunden lang nicht einzusetzen.
Die Maßnahme betrifft sowohl Drohnen, die selbst als fliegende Sprengsätze eingesetzt werden, als auch Systeme, die Sprengstoff über einem Ziel abwerfen können. Nach Ablauf der 48 Stunden soll die Situation erneut bewertet werden. im