UEFA Nations League

Irlands Spieler verweigern Handschlag – Israels Kapitän Solomon: »Offensichtlich hassen sie uns«

Die israelische Fußball-Nationalmannschaft hat ihr UEFA-Nations-League-Spiel gegen Irland mit 0:3 verloren. Bereits nach 25 Minuten lag das Team von Ran Ben Shimon mit drei Toren zurück und fand anschließend nicht mehr in die Partie. Gespielt wurde am Sonntagabend im ungarischen Debrecen.

Torhüter Daniel Peretz entschuldigte sich nach dem Abpfiff im Namen der gesamten Mannschaft für den Auftritt. Die Leistung sei »peinlich« gewesen, sagte er dem Sender Channel 5 Sports. Zugleich versprach der Torwart, dass sich die Mannschaft in den kommenden Begegnungen gegen Kosovo und erneut gegen Irland deutlich anders präsentieren werde.

Peretz erklärte, die Niederlage sei nicht darauf zurückzuführen, dass sich die Spieler nicht vorbereitet oder nicht gewinnen wollten. Im Gegenteil: »Wir wollten einen Sieg zu sehr.« Die große emotionale Belastung vor der Partie habe sich negativ auf die Mannschaft ausgewirkt. »Wir kamen mit vielen Emotionen in dieses Spiel, und das hat uns geschadet. Wir haben einen Teil unserer Konzentration verloren.«

Eigene Fehler

Auch die Begleitumstände der Partie beschäftigten den israelischen Torhüter. Die irischen Spieler hatten während der israelischen Nationalhymne den Kopf gesenkt und nach dem Spiel auf einen Handschlag mit den Israelis verzichtet. Auch Irlands Trainer Heimir Hallgrímsson wandte sich während der Zeremonie vom Spielfeld ab.

Der Isländer hatte vergangene Woche für Aufregung gesorgt, weil er suggeriert hatte, dass es bei dem Spiel um mehr als nur Fußball gehe. »Wir spielen nicht mit dem Genozid, wir spielen gegen den Genozid. Wir spielen gegen Israel, nicht mit Israel«, sagte Hallgrímsson bei der Vorstellung seines Kaders. Wenige Tage vor dem Spiel stimmten Irlands Spieler darüber ab, ob sie überhaupt antreten sollten. Eine Mehrheit votierte offenbar dafür, aber Nationaltorwart Gavin Bazunu entschied sich, die Partie zu boykottieren. Die irische Mannschaft lief mit einem schwarzen Armband auf - angeblich, um so der Opfer des Nahostkonflikts zu gedenken.

Auf die Vorgänge angesprochen, sagte Peretz, dies stamme »alles aus Unwissenheit«. Einige irische Spieler hätten durchaus versucht, die Situation Israels zu verstehen. Insgesamt habe der Gegner jedoch eine Haltung zum Ausdruck gebracht, ohne die Hintergründe ausreichend zu kennen. »Das liegt an ihnen. Sie sind erwachsen«, sagte Peretz.

Lesen Sie auch

Sportlich müsse Israel nun vor allem die eigenen Fehler analysieren. In der Halbzeitpause habe die Mannschaft angesichts des 0:3-Rückstands erkannt, dass die erste Hälfte nicht mehr zu ändern sei. Das Ziel sei deshalb gewesen, wenigstens die zweite Halbzeit nicht ebenfalls zu verlieren.

»Anderes Spiel«

»Es ist leicht, depressiv zu werden«, sagte Peretz mit Blick auf die deutliche Niederlage. Zugleich verwies er auf die beiden noch ausstehenden Begegnungen. »Wir haben zwei Spiele vor uns.« Das Rückspiel gegen Irland werde eine andere Partie sein, versprach der Torhüter: »So wird es nicht wieder sein, das verspreche ich.«

Deutlicher äußerte sich Kapitän Manor Solomon nach der Partie. Er sagte, einige irische Spieler hätten während des Spiels »unangenehme Dinge« zu ihren israelischen Gegenspielern gesagt. Über deren Verhalten wolle er sich allerdings nicht ausführlicher äußern. »Wenn ich sage, was ich über sie denke, werde ich wahrscheinlich für mehrere Spiele gesperrt«, sagte Solomon.

Seine Einschätzung zum Verhältnis zwischen den Mannschaften formulierte der Kapitän dennoch unmissverständlich: »Offensichtlich hassen sie uns. Wir mögen sie nicht.« Gleichzeitig blickt Solomon bereits auf das Rückspiel. »Ich kann es kaum erwarten«, sagte er. Israel werde dann zeigen können, zu welchen Leistungen die Mannschaft tatsächlich fähig sei. »Es wird ein völlig anderes Spiel sein.«

Israel bekommt bereits am Donnerstag die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Dann steht in der Nations League die Partie gegen Kosovo an. Am darauffolgenden Sonntag kommt es erneut zum Duell mit Irland. Austragungsort ist dann Bačka Topola in Serbien. im/mth

Jerusalem

Netanjahu wies Armee vor dem 7. Oktober 2023 an, Eskalation in Gaza zu vermeiden

Einem Medienbericht zufolge wollte Israels Ministerpräsident unmittelbar vor dem Hamas-Massaker die Aussicht auf eine Entspannung der Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht gefährden

 28.09.2026

Meinung

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Tel Aviv

Neues deutsches U-Boot in Israel eingetroffen

Die »INS Drakon« ist das sechste U-Boot der israelischen Flotte

 25.09.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Eisenkot will nicht mit arabischen Parteien koalieren

Der Vorsitzende der Yashar-Partei sagt, wolle mit »jeder zionistischen Partei« zusammenarbeiten. Vier Grundsätze müssten jedoch akzeptiert werden

 25.09.2026

Gaza

Zwei IDF-Reservisten bei Drohnenexplosion getötet

Der tödliche Vorfall ereignete sich an einem Militärposten im nördlichen Gazastreifen

 25.09.2026

Terror-Infrastruktur

Tunnelschacht und Waffen im Westjordanland entdeckt

Ermittler nahmen vier Personen fest, die sich am Fundort befanden. Sie wurden zur weiteren Befragung mitgenommen

 25.09.2026 Aktualisiert

Dokumentation

»Völkermord: Die größte Lüge des Jahrhunderts«

Die Rede von Israels Premier Benjamin Netanjahus vor der UNO-Vollversammlung im Wortlaut

 25.09.2026

Bildung

Handys weg!

In Tel Avivs Schulen müssen Mobiltelefone künftig im Schließfach bleiben

von Sabine Brandes  24.09.2026

Politische Einflussnahme

»Katargate« bringt Netanjahu und sein engstes Umfeld unter Druck

Neue, brisante Informationen zur Affäre um mutmaßliche Verbindungen zwischen Mitarbeitern des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Katar könnten weitreichende Folgen haben

 24.09.2026