UEFA Nations League

»Dummheit und Heuchelei«: Israelische Fußballer weisen Völkermord-Vorwürfe aus Irland zurück

Seit Monaten sorgen die für kommenden Sonntag und für den 4. Oktober geplanten »UEFA Nations League«-Länderspiele zwischen der Republik Irland und Israel für aufgeregte Diskussionen - vor allem auf der Grünen Insel. Sie werden nicht wie üblich in den beiden jeweiligen Ländern ausgetragen, sondern auf »neutralem« Boden in Ungarn und in Serbien und ohne Fans aus Irland.

Die von der UEFA genehmigte Verlegung hat die Gemüter allerdings nicht beruhigt. Der irische Fußballverband verlangte nun sogar, bei künftigen Turnieren von vornherein auszuschließen, dass man gegen Israel antreten müsse. Doch der europäische Dachverband lehnte dieses Ansinnen ab.

Vergangene Woche griff auch Irlands Nationaltrainer, der Isländer Heimir Hallgrímsson, den Gegner aus Nahost scharf an. Man fühle sich nicht wohl, die beiden Spiele zu absolvieren, werde dies aber dennoch tun. Er habe mit jedem einzelnen Spieler gesprochen. »Keiner von uns fühlt sich wohl dabei, diese Spiele zu bestreiten, aber sobald wir uns dazu entschlossen haben, halten wir alle zusammen und treten als Einheit auf. Das ist die Abmachung, die wir alle getroffen haben.«

Dann feuerte Hallgrímsson eine Breitseite auf Israel ab. »Wir spielen nicht mit dem Genozid, wir spielen gegen den Genozid. Wir spielen gegen Israel, nicht mit Israel«, sagte Hallgrímsson bei der Vorstellung seines Kaders auf die Frage eines Journalisten, wie er es bei all der politischen Aufregung schaffen wolle, dass sich seine Spieler auf die beiden Matches konzentrieren.

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Der israelische Fußballverband ließ die Beleidigung aus Dublin nicht auf sich sitzen und schlug harsch zurück. In sozialen Netzwerken wie X postete der Verband ein knappes Statement, in dem es hieß: »Wir haben in unzähligen Bereichen einen Beitrag für die Welt und die Menschheit geleistet und dabei eine beeindruckende Anzahl von Nobelpreisen gewonnen. Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen die Dummheit, Ignoranz und Heuchelei gefunden, die der Trainer von Irlands Fußball-Mannschaft an den Tag legt.« Man spiele nicht mit Ignoranz, Heuchelei und Dummheit, sondern »gegen den Trainer, der all das verkörpert«.

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Das wiederum veranlasste den irischen Regierungschef zu einer Replik. »Ich halte diese Äußerungen für inakzeptabel. Sie sollten zurückgenommen werden«, sagte Micheál Martin am Rande der UN-Vollversammlung in New York. »Israel kann nicht weiterhin leugnen, was die Welt weiß und was die Welt versteht.«

In Irland wird der Druck, die beiden Pflichtspiele der Nationalmannschaft abzusagen, unterdessen immer größer. Die Gruppe »Irish Sport for Palestine« hat dazu aufgerufen. Rund 160 irische Sportler haben sich der Forderung bereits angeschlossen. Allerdings könnte ein Boykott der beiden Spiele dazu führen, dass Irland aus der zweiten in die dritte Liga der Nations League absteigt. Aktuell spielt die irische Nationalmannschaft zusammen mit Österreich, Kosovo und Israel in der Gruppe B3.

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Das Hinspiel Irland gegen Israel findet am 27. September im ungarischen Debrecen statt, das Rückspiel im serbischen Bačka Topola. Der irische öffentlich-rechtliche TV-Sender RTÉ hat bereits angekündigt, man werde die Spiele im Fernsehen übertragen, weil man vertraglich gegenüber der UEFA dazu verpflichtet sei. Allerdings werde es keine Vor- und Nachberichterstattung im Studio geben. Der Kommentar werde aus dem internationalen Feed übernommen; einen eigenen RTÉ-Kommentator werde es nicht geben.

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