Ein palästinensischer Terrorist, der am 7. Oktober 2023 an der Verschleppung von Noa Argamani und ihrem damaligen Partner Avinatan Or beteiligt war, ist nach Angaben der israelischen Armee und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet bei einem Angriff im Gazastreifen getötet worden.
Bei dem Mann handelt es sich um Saher Nidal Saqr. Er wurde nach israelischen Angaben am Samstag bei einem Luftangriff im zentralen Gazastreifen getroffen. Die Attacke in Nuseirat wurde laut IDF von der Spezialeinheit Gideonim 33 der israelischen Polizei ausgeführt.
Saqr war Armee-Angaben zufolge auf Aufnahmen zu sehen, die während des Hamas-Massakers auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals entstanden. Das Videomaterial zeigt, wie Saqr Argamani auf einem Motorrad in Richtung Gazastreifen verschleppt, während sie verzweifelt nach Or greift.
»Systematische Verletzung«
Argamani wurde im Juni 2024 bei einer israelischen Militäroperation aus der Gefangenschaft befreit. Or kam im Oktober 2025 im Rahmen eines Abkommens aus dem Gazastreifen frei. Das Paar traf sich anschließend wieder.
Nach Darstellung der israelischen Sicherheitsbehörden war Saqr auch während des Gaza-Krieges für die Hamas aktiv. Er soll Waffen für die Terrororganisation beschafft und zuletzt an der Vorbereitung von Angriffen auf israelische Soldaten und Zivilisten mitgewirkt haben. Dabei habe er mit Mitgliedern der Hamas und des Palästinensischen Islamischem Dschihad zusammengearbeitet.
Die Armee erklärte, seine Aktivitäten hätten »eine systematische Verletzung des Waffenstillstandsabkommens« dargestellt. Mit dem Angriff sei die von Saqr ausgehende Gefahr beseitigt worden.
Wiederherstellung militärischer Fähigkeiten
Auch ein Hamas-Kommandeur, der nach israelischen Angaben an der Bewachung mehrerer Geiseln beteiligt war, wurde bei einem separaten Angriff getötet. Es handelt sich um Muhammad Hamad Muhammad Ghabain, der bei einem Angriff im Norden des Gazastreifens in der vergangenen Woche ums Leben kam.
Ghabain soll an der Gefangenschaft von neun israelischen Geiseln beteiligt gewesen sein: Ziv Berman, Gali Berman, Eitan Mor, Liri Albag, Agam Berger, Matan Angrest, Omri Miran, Keith Siegel und Alon Ohel. Nach Angaben der israelischen Armee war der Hamas-Kommandeur zuletzt erneut an Angriffsvorbereitungen gegen israelische Soldaten und Zivilisten sowie an der Wiederherstellung militärischer Fähigkeiten der Terrororganisation beteiligt.
Israel hatte bereits zuvor über die Tötung eines weiteren hochrangigen Hamas-Kommandeurs berichtet, der mit der Entführung von Argamani und Or in Verbindung gebracht wurde. Ahmed Hussein Mohammed Kafina wurde nach Angaben der Armee Anfang dieses Jahres bei einem israelischen Angriff getötet.
Kind für Terror missbraucht
Die israelische Armee veröffentlichte außerdem Drohnenaufnahmen aus dem Gazastreifen. Darauf soll ein palästinensischer Junge zu sehen sein, das eine Waffe zu einem Wohnhaus transportiert. Die Armee erklärte, ein Terrorist habe das Kind dafür eingesetzt, Waffen in ein ziviles Gebäude zu bringen.
Der Einsatz habe nach Darstellung des Militärs auch dazu gedient, einen israelischen Angriff auf den Transport der Waffen zu verhindern. Die Armee sprach davon, dass der Junge als menschliches Schutzschild benutzt worden sei. Wann die Aufnahmen entstanden, teilte sie nicht mit.
Die israelische Armee wirft der Hamas seit Beginn des Krieges vor, Zivilisten und zivile Einrichtungen für militärische Zwecke zu nutzen. Der Krieg begann mit dem von der Hamas angeführten Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023. Dabei wurden rund 1200 Menschen ermordet, die große Mehrheit Zivilisten. Allein auf dem Gelände des Nova-Festivals kamen etwa 360 Menschen um.
Im August teilten Armee und Schin Bet mit, eine spezielle Einheit eingerichtet zu haben, deren Aufgabe darin bestehe, die palästinensischen Terroristen aufzuspüren, die am 7. Oktober 2023 in den Angriff auf Israel und das Massaker verwickelt waren. Ziel sei es, die Verantwortlichen für die Tat aufzuspüren und zu töten. dpa/ja