Washington/Tel Aviv/Gaza

US-Ermittler untersuchen Spendenkampagnen mit möglichen Verbindungen zu Terrorgruppen

Terroristen der Hamas und des Palästinensichen Islamischen Dschihad in Gaza Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Drei aktuelle Ermittlungsverfahren in den USA werfen Fragen über den möglichen Missbrauch von Online-Spendenkampagnen zur Finanzierung palästinensischer Terrororganisationen auf. Nach Recherchen der »Times of Israel« geht es dabei um Verbindungen zwischen Crowdfunding, sozialen Netzwerken und Kryptowährungen.

In einem der Fälle untersuchen US-Behörden eine GoFundMe-Kampagne, die angeblich einer Familie aus Gaza helfen sollte. Die Initiatorin Nieama al-Ghazzawi sammelte mehr als 13.000 Dollar (11.270 Euro) von 401 Spendern. Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass ihr Ehemann Mahmoud Amin Ya’qub al-Muhtadi an dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sein soll. Er war später in die USA eingereist und wurde dort festgenommen.

Al-Muhtadi soll laut US-Behörden eine Gruppe bewaffneter Terroristen zusammengestellt und sich auf Anweisung von Hamas am Angriff auf Israel beteiligt haben. Bei seinem späteren Visumantrag für die USA soll er hingegen angegeben haben, weder eine Waffenausbildung noch Verbindungen zu Terrororganisationen zu haben. Im September 2024 kam er nach Texas und wurde nach Hinweisen israelischer Ermittler vom FBI in Louisiana aufgespürt. Ihm droht bei einer Verurteilung unter anderem wegen Terrorismus und Visabetrugs eine lebenslange Haftstrafe.

Sammlung für Palästinensischen Islamischen Dschihad

Die Spendenkampagne seiner Frau war in sozialen Netzwerken verbreitet worden und wurde schließlich von GoFundMe entfernt, nachdem die Ermittler Unterlagen angefordert hatten. Gegen al-Ghazzawi selbst scheint bislang keine Anklage erhoben worden zu sein. GoFundMe erklärte nicht, ob das Unternehmen von den mutmaßlichen Aktivitäten ihres Ehemanns wusste. Aus den Gerichtsunterlagen geht vielmehr hervor, dass die Plattform mit den Behörden kooperierte.

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Ein weiterer Fall betrifft die Aktivistin Catherine Washburn aus dem Bundesstaat New York. Laut US-Ermittlern soll sie mehr als 30.000 Dollar (26.000 Euro) gesammelt und über Kryptowährungen an ein mutmaßliches Mitglied des Palästinensischen Islamischen Dschihad weitergeleitet haben. Die Beschuldigte soll auch nach Kenntnis seiner Verbindungen zu der Terrororganisation weitere Spenden für ihn gesammelt haben.

Besonders auffällig war dabei die Verwendung von Kryptowährungen. Nach Angaben der Ermittler tätigte Washburn zwischen Oktober 2025 und April 2026 insgesamt 80 Transfers an den Mann und überwies ihm dabei 30.116 Dollar. Zuvor hatte sie über eine in Australien ansässige Crowdfunding-Plattform Spenden gesammelt. Der betreffende Spendenaufruf wurde inzwischen entfernt.

Geld für die Hamas

Im dritten Verfahren geht es laut »Times of Israel« um den Kalifornier Reda Mazen Rida Sabassi. Er soll über eine als Hilfsorganisation getarnte gemeinnützige Organisation mehr als 600.000 Dollar (520.000 Euro) für angebliche humanitäre Zwecke gesammelt und einen Teil des Geldes an die Hamas weitergeleitet haben. Nach Angaben der Ermittler wurden dabei ebenfalls Kryptowährungen genutzt, um die Herkunft und den Weg der Gelder zu verschleiern.

Sabassi hatte bereits 2022 die Organisation »Ikram – The Arab Charity Foundation« gegründet. Allein im Jahr 2023 nahm sie nach den vorliegenden Unterlagen rund 638.000 Dollar (553.000 Euro) an Spenden ein. Die Ermittler werfen ihm vor, mit der Organisation und weiteren Spendenkampagnen gezielt Geld für Hamas gesammelt zu haben. Ein Teil der Gelder soll zudem für persönliche Ausgaben verwendet worden sein.

Die US-Bundespolizei hatte bereits kurz nach Beginn des Gaza-Krieges vor möglichen Betrugsfällen gewarnt. Terrororganisationen könnten soziale Netzwerke nutzen, um angebliche Hilfsorganisationen zu schaffen und Spender zu täuschen. im

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