Politik

Superstar der Linken

Naama Lazimi bei einer Wahlveranstaltung ihrer Partei. Foto: Flash90

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Superstar der Linken

Naama Lazimi, israelische Abgeordnete der Demokraten, wird vom TIME Magazin als eine der aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt gewürdigt

von Sabine Brandes  01.10.2026 17:13 Uhr

Das US-amerikanische TIME Magazine veröffentlichte am Mittwoch die sogenannte »TIME100 Next-Liste« für 2026, die die aufstrebendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt aufführt. Auf der renommierten Liste ist auch die Knesset-Abgeordnete Naama Lazimi von der Partei Die Demokraten.

In der Begründung für die Auswahl wurde die 40-jährige Lazimi als »Superstar der israelischen Linken« bezeichnet. Als Beispiel für ihre Arbeit im Parlament nannte das Magazin ihre Rede vom 14. Juli, als Lazimi im Plenum der Knesset zum Thema Sozialwohnungen sprach – eine Rede, die so bewegend war, dass sie sogar den Sprecher des israelischen Parlaments, Amir Ohana (Likud), zu Tränen rührte.

Mit auf der Liste stehen neben vielen anderen auch der ungarische Oppositionspolitiker und Vorsitzender der Tisza-Partei, Peter Magyar, und die ehemalige Ministerin für Jugend, Shamma Al Mazrui aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Lazimi wurde in der israelischen Peripherie geboren

Die 40-jährige Lazimi wurde in der Kleinstadt Migdal HaEmek im Norden Israels geboren, was oft als »Peripherie« bezeichnet wird. Heute lebt sie in Haifa. Die Tochter einer marokkanisch-jüdischen Familie studierte Politikwissenschaft und Geschichte des jüdischen Volkes. Nach ihrem Militärdienst engagierte sie sich in der Gewerkschafts- und Sozialbewegung, arbeitete als parlamentarische Beraterin der damaligen Chefin der Awoda, Shelly Yachimovich, und war später in der Organisation Peace Now aktiv.

2021 zog sie erstmals in die Knesset ein. Heute gehört sie den Demokraten an und steht auf deren Liste für die Parlamentswahlen auf Platz zwei hinter dem Vorsitzenden Yair Golan.

Lazimi wuchs in einer traditionell geprägten marokkanisch-jüdischen Familie auf. Ihr Weg in die Arbeitspartei und später zu den Demokraten ist auch vor dem Hintergrund ihrer Herkunft bemerkenswert, da traditionelle Misrachi-Familien in Israel eher nicht als das klassische Wählerumfeld von linken Parteien gelten.

Naama Lazimi: »Dies ist die schicksalhafteste Stunde für den Staat Israel, und wir sind aufrecht, entschlossen und dem lang ersehnten Wandel verpflichtet.«

Lazimi selbst reagierte auf die Auszeichnung mit einem Post auf X: »Ich bin hocherfreut und dankbar, dass das TIME Magazine mich zu einer der 100 vielversprechendsten Führungskräfte der Welt gewählt hat. Diese Anerkennung meines Kampfes und meines Engagements liegt in der Luft, kurz vor den wichtigsten Wahlen in der Geschichte des Staates Israel«, schrieb sie.

Es sei ihr wichtig zu betonen, dass dies nicht nur ein persönlicher Sieg, sondern eine Auszeichnung für ein ganzes Lager in Israel sei, »ein großartiges und entschlossenes Lager, das für das demokratische Bild unseres Landes, für Solidarität und soziale Gerechtigkeit kämpft«.

»Dies ist die schicksalhafteste Stunde für den Staat Israel, und wir sind aufrecht, entschlossen und dem lang ersehnten Wandel verpflichtet. Wir werden alles daransetzen, eine Zukunft der Gleichheit, des Friedens und der Demokratie für die gesamte israelische Gesellschaft zu schaffen – eine Gesellschaft, die wieder Teil der Völkergemeinschaft sein wird, ein demokratischer, egalitärer und liberaler Staat, der danach strebt, eine Vorbildgesellschaft zu sein. Es liegt an uns. Die Hoffnung wird siegen«, resümierte Lazimi.

Viele Menschen beglückwünschten die Parlamentarierin im Internet

Viele Menschen beglückwünschten die Parlamentarierin im Internet. Eine Userin, Nava Rozolyo, kommentierte: »Du hast es so sehr verdient! Eine mutige, werteorientierte Anführerin, Kämpferin für Gerechtigkeit, die den Staat und seine Bürger von ganzem Herzen liebt.«

Und Ayelet Goren schrieb: »Ben Gvir und Smotrich bekamen Schlagzeilen wegen Kriegen, wegen Rassismus, wegen Hetze. Naama Lazimi bekommt eine Schlagzeile wegen ihres Kampfes gegen Armut, für Wohnraum und für Demokratie. Sagt ihr mir: Wer repräsentiert das schöne Israel? Wer bringt Israel wirklich Ehre?«

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