Jerusalem

Kritik an Netanjahu wegen Verzicht auf Angriff gegen Hisbollah in Beirut

Der Oppositionspolitiker Naftali Bennett Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Die Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, auf einen geplanten Angriff gegen Terror-Ziele in Beirut zu verzichten, hat in Israel scharfe Kritik ausgelöst. Mehrere Politiker aus Regierung und Opposition warfen dem Regierungschef vor, sich dem Druck von US-Präsident Donald Trump gebeugt zu haben, obwohl der Norden des Landes weiterhin von der Hisbollah angegriffen werde.

Besonders deutlich äußerte sich Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. Auf der Plattform X erklärte er: »Dies ist der Zeitpunkt, unserem Freund, Präsident Trump, ›nein‹ zu sagen.« Zugleich erinnerte er daran, dass Netanjahu selbst in der Vergangenheit betont habe, ein starker Ministerpräsident müsse notfalls auch dem Präsidenten der Vereinigten Staaten widersprechen können. »Jetzt ist die Zeit, das Notwendige zu tun und die Hisbollah anzugreifen«, schrieb Ben-Gvir.

Auch der frühere Generalstabschef und Vorsitzende der Partei Yashar, Gadi Eisenkot, kritisierte den Kurs des Regierungschefs. Trumps Forderung bezeichnete er als »eine demütigende Forderung, die offenkundig unangemessen ist«.

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Oppositionsführer Yair Lapid stellte ebenfalls die Haltung der Regierung infrage. Er warf Netanjahu vor, Israel wie einen Protektoratsstaat der USA zu behandeln. Bereits nach dem Raketenbeschuss aus dem Libanon am Wochenende hatte Lapid eine harte Reaktion gefordert. »Die Verantwortung für die Sicherheit der israelischen Bürger liegt ausschließlich bei der israelischen Regierung«, erklärte er.

Auch in der Knesset wurde Kritik am Regierungschef geübt. Der Abgeordnete Oded Forer forderte Netanjahu auf, seiner Verantwortung nachzukommen und die Bewohner Nordisraels wirksam zu schützen.

Der ehemalige Ministerpräsident Naftali Bennett, der als möglicher Kandidat für das Amt des Regierungschefs gilt, schaltete sich ebenfalls in die Diskussion ein. Er erklärte, die Regierung habe »die Kontrolle über die israelische Souveränität verloren«. Zugleich versprach Bennett, die Sicherheit der Bürger wiederherzustellen. Die aktuelle Koalition versuche, »eine unerträgliche und inakzeptable Situation zu normalisieren«, und sei dazu »unfähig«, schrieb er. im

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