Jerusalem

Netanjahu kündigt härtere Gangart gegen Hisbollah an

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: Flash90

Die Lage an der israelisch-libanesischen Grenze hat sich weiter verschärft. Nach einer Serie von Drohnenangriffen aus dem Libanon hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine deutliche Ausweitung der Militärschläge gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah angeordnet. Parallel dazu wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Die »Times of Israel« berichtete.

Benjamin Netanjahu erklärte am Montagabend in einer Videoansprache, er habe das Militär angewiesen, den Druck deutlich zu erhöhen. Bereits zuvor hatte die Armee neue Luftangriffe auf Ziele im Libanon bestätigt. Betroffen waren unter anderem Stellungen im Osten und Süden des Landes sowie Infrastruktur im Raum Tyros und in der Bekaa-Ebene.

Die Entwicklungen folgen auf mehrere Zwischenfälle im Norden Israels: Eine Drohne schlug im Grenzort Metula in ein Wohnhaus ein, an einer Bushaltestelle in Schomera entstand Schaden durch einen Sprengsatz, zudem wurde ein israelischer Soldat am Sonntag durch eine Selbstmorddrohne getötet.

Zivilisten fliehen aus Beirut

Aus den südlichen Vororten von Beirut wurde unterdessen von Evakuierungen berichtet. Die Gegend gilt als Hochburg der Hisbollah, viele Bewohner verließen aus Angst vor weiteren Angriffen vorsorglich ihre Häuser.

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Die USA versuchen offenbar nicht, Israel zu bremsen. Ein ranghoher US-Regierungsvertreter signalisierte dem Bericht zufolge, die Hisbollah habe wiederholt Aufforderungen ignoriert, die Angriffe auf Israel einzustellen. »Von Israel wird niemals erwartet, Angriffe auf seine Streitkräfte und Zivilisten passiv hinzunehmen.«

Er sprach zudem von massiven Angriffen der Hisbollah in den vergangenen Tagen – mit über 1000 Drohnen und Hunderten Raketen, die offenbar auch darauf abzielten, diplomatische Gespräche zu unterminieren.

Harte Töne

Die israelischen Streitkräfte (IDF) kämpfen nach eigenen Angaben mit einer wachsenden Bedrohung durch Drohnenangriffe. Besonders problematisch seien neue Modelle, die über Glasfaserkabel gesteuert werden und sich weitgehend nicht elektronisch stören lassen.

Der zuständige Kommandeur Rafi Milo bezeichnete die Lage als faktischen Kriegszustand. Dies sei »keine Realität, die wir akzeptieren können«, sagte er und warf der Hisbollah gezielte Angriffe auf israelische Gemeinden vor.

Auch aus der israelischen Regierung kommen zunehmend harte Töne. Verteidigungsminister und rechte Koalitionspartner forderten eine massive Ausweitung der Operationen im Libanon. Netanjahu selbst formulierte es drastisch: »Wir sind im Krieg mit der Hisbollah. In den letzten Wochen haben unsere Kämpfer mehr als 600 Terroristen ausgeschaltet.« Und weiter: »Ich habe angewiesen, das Gaspedal noch stärker durchzudrücken.« im

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