Wissenschaft

Israelische Forscher testen Krebstherapie gegen Alzheimer

Werden aktuelle Alzheimer-Medikamente in Zukunft durch Leukämie-Medikation ersetzt? Foto: picture alliance/dpa

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung israelischer Wissenschaftler hat eine innovative Immuntherapie aus der Krebsmedizin erstmals gegen Alzheimer eingesetzt. In Experimenten mit Mäusen konnten genetisch veränderte Immunzellen Entzündungen im Gehirn reduzieren und krankhafte Ablagerungen verringern – ein möglicher Ansatz für neue Behandlungen neurodegenerativer Erkrankungen.

Die Studie wurde laut »Times of Israel« vom Weizmann-Institut in Israel und der Washington University School of Medicine in den USA geleitet und in einem Fachjournal der National Academy of Sciences veröffentlicht.

Grundlage ist die sogenannte CAR-T-Zelltherapie, die bislang vor allem bei bestimmten Blutkrebserkrankungen eingesetzt wird. Dabei werden T-Zellen des Immunsystems genetisch so verändert, dass sie gezielt krankhafte Strukturen erkennen und bekämpfen.

Lesen Sie auch

Die Forscher passten diese Methode an, um Ablagerungen des Proteins Amyloid-beta im Gehirn anzugreifen, die als zentrales Merkmal von Alzheimer gelten. Nach der Behandlung zeigten die Mäuse weniger Plaques und geringere Anzeichen von Entzündungen im Gehirngewebe.

Die »Times of Israel« zitierten den beteiligten US-Neurowissenschaftler Jonathan Kipnis: »Das stellt einen spannenden Schritt in Richtung neuer Therapien gegen Alzheimer und andere neurodegenerative Krankheiten dar.« Kipnis’ israelischer Kollege Ido Amit verwies darauf, dass die Methode künftig auch genutzt werden könnte, um Wachstumsfaktoren oder andere Wirkstoffe gezielt ins Gehirn zu transportieren.

Die Wissenschaftler betonen, dass es sich um frühe Grundlagenforschung handele. Bis zu einer Anwendung beim Menschen seien weitere Studien und klinische Tests erforderlich. Dennoch sehen sie in dem Ansatz ein vielversprechendes Werkzeug, das langfristig auch bei Erkrankungen wie Parkinson oder ALS eingesetzt werden könnte. im

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Nach den verheerenden Erdbeben entwickelt eine IDF-Delegation mit der Übergangsregierung einen Plan für die zerstörten Regionen. Oberrabbiner Cohen hofft, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten

von Sabine Brandes  07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Unterstützung für Yad Vashem

Außenminister Wadephul und sein israelischer Amtskollege Sa’ar haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Ausbau der Förderung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte angekündigt. In den Fragen zu Iran und Libanon herrschte Einigkeit, beim Westjordanland nicht

von Sabine Brandes  07.07.2026

Türkei

Netanjahu warnt die USA vor einem Kampfjet-Deal mit der Türkei

Israel sieht das Gleichgewicht im Nahen Osten gefährdet, sollte es zu einem Deal zwischen der Türkei und den USA kommen

 07.07.2026

Jerusalem

»Antisemitische Hetze« und »Aufruf zum Völkermord«: Streit zwischen Israel und Türkei eskaliert

Türkeis Außenminister hatte Israel als Problem für die Menschheit bezeichnet, das nicht länger ertragen werden könne

 07.07.2026

USA

Wie Ägyptens Nationaltrainer bei der Fußball-WM Lügen über Israel verbreitet

Politische Botschaften sind während des Turniers eigentlich verboten. Ägyptens Trainer lässt sich davon nicht beeindrucken

 07.07.2026 Aktualisiert

Hintergrund

UNRWA: Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Israel-Lobby

Eine neue Studie der linksparteinahen Stiftung präsentiert jüdische und pro-israelische Organisationen in Deutschland pauschal als Sprachrohre der Regierung in Jerusalem

von Michael Thaidigsmann  06.07.2026