Wissenschaft

Israelische Studie: Gene beeinflussen Lebenserwartung stärker als gedacht

Foto: picture alliance / imageBROKER

Eine aktuelle Untersuchung des Weizmann-Instituts im israelischen Rehovot hat überraschende Erkenntnisse über die menschliche Lebenserwartung geliefert: Demnach bestimmen die Gene deutlich mehr über unser Lebensalter, als bisher angenommen. Laut der Studie tragen sie rund 50 Prozent zur Variation der Lebensspanne bei – doppelt so viel wie in früheren Schätzungen. Israelische Medien wie »Ynet« berichteten.

Die Forschung, geleitet von Uri Alon und Ben Shenhav am Sagol Center for Longevity Research, nutzte dabei innovative Modelle und umfangreiche historische Daten. Shenhav erläuterte: »Früher ging man davon aus, dass Gene nur einen relativ kleinen Teil ausmachen, etwa 20 bis 25 Prozent. In einigen neueren Studien sogar noch weniger.«

Die Wissenschaftler griffen auf klassische Methoden zurück, wie sie in der Genforschung üblich sind: Zwillingsstudien. Identische Zwillinge teilen alle Gene, nicht-identische Zwillinge etwa die Hälfte. Durch den Vergleich dieser Gruppen lassen sich genetische Einflüsse von Umwelteinflüssen unterscheiden. Historische Studien, die sich auf Zwillinge aus dem späten 19. Jahrhundert stützten, unterschätzten jedoch den genetischen Anteil, weil damals viele Menschen früh starben – etwa durch Infektionen oder Unfälle.

Lesen Sie auch

»Wenn man die äußere Sterblichkeit nicht berücksichtigt, sieht es zunächst so aus, als sei die Genetik weniger wichtig«, so Shenhav laut »Ynet«. »Heute sterben Menschen überwiegend an Alterungsprozessen, und das hat die Analyse verändert.«

Um die genetischen Einflüsse besser isolieren zu können, entwickelten die Forscher eine mathematische Simulation, die es erlaubt, äußere Todesursachen auszuschalten. In diesem virtuellen Modell zeigte sich klar: Die Gene tragen etwa die Hälfte der Unterschiede in der Lebenserwartung. Die Simulation wurde anschließend anhand realer Daten aus schwedischen Zwillingskohorten aus den Jahren 1920 bis 1930 überprüft. Das Ergebnis bestätigte die Vorhersage: Mit sinkender äußerer Sterblichkeit steigt der Einfluss der Gene.

Trotz dieser Erkenntnisse betont Shenhav, dass Lebensstil, Ernährung und Bewegung nach wie vor entscheidend bleiben. »Auch wenn Gene 50 Prozent erklären, bleiben weitere 50 Prozent für Faktoren wie Ernährung, körperliche Aktivität und andere Umweltbedingungen. Diese werden im Alter wahrscheinlich noch wichtiger.« ja

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Ramallah

Generalstreik: Palästinenser protestieren gegen israelisches Todesstrafe-Gesetz

Ein Generalstreik legt das Westjordanland und Ost-Jerusalem lahm. Palästinenser protestieren gegen das neue israelische Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen

 01.04.2026

Wahlkampf in Israel

Opposition stellt Netanjahus Kriegsbilanz infrage

Der Ministerpräsident sei »nicht in der Lage, eine strategische Lösung zu erreichen«, sagt Oppositionsführer Jair Lapid

 01.04.2026

Nahost

11-jähriges Mädchen bei iranischem Streubombenangriff schwer verletzt

Die Lage im Überblick

 01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist die Chance für den Nahen und Mittleren Osten

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  31.03.2026

Krieg

Israel geht von Sturz der iranischen Führung aus

Vom Iran geht laut Israels Regierungschef Netanjahu derzeit keine existenzielle Bedrohung mehr für Israel aus. Er sagt, Irans Führung sei »schwächer denn je«

 31.03.2026

Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Im Iran-Krieg wird immer wieder behauptet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sei tot. Aktuelle Videos von ihm sollen KI-generiert sein. Doch dafür gibt es keinen Beleg

 31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026