Aschkelon

Israel schiebt Hunderte Flottillen-Aktivisten ab

Auch die Israelin Zohar Chamberlain Regev war an Bord eines Flottillen-Bootes. Foto: picture alliance / Anadolu

Rund 430 israelfeindliche Aktivisten, die sich an Bord der jüngsten Gaza-Flottille befanden, werden nun abgeschoben. Dies gab das Außenministerium in Jerusalem bekannt. Israelische Medien berichteten.

Die teilnehmenden Boote waren von der türkischen Hafenstadt Marmaris aus Richtung Gazastreifen aufgebrochen. Israelische Streitkräfte stoppten sie und brachten die Teilnehmer nach Israel. Das Außenministerium bezeichnete die Flottille anschließend als »PR-Stunt im Dienste der Hamas« und betonte, Israel werde weiterhin die Seeblockade des Gazastreifens durchsetzen.

Die israelische NGO Adalah erklärte, die meisten Aktivisten würden inzwischen über den Flughafen Ramon nahe Eilat abgeschoben. Ein Sonderfall sei jedoch die Aktivistin Zohar Regev, die auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt. Gegen sie läuft nach Angaben der Organisation ein Verfahren vor einem Gericht in Aschkelon.

Internationaler Druck

Nach der Übernahme der Gaza-Flottille durch Israel und der anschließenden Veröffentlichung eines Videos von Itamar Ben-Gvir wächst der internationale Druck auf die israelische Regierung. Zahlreiche Staaten verurteilten Aufnahmen, in denen Ben-Gvir vor gefesselten Aktivisten mit einer israelischen Flagge posiert und erklärt: »Das Sommercamp ist vorbei. Jeder, der gegen den Staat Israel handelt, wird einen entschlossenen Staat vorfinden. Am Israel Chai.«

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In dem Video sind Aktivisten mit hinter dem Rücken gefesselten Händen zu sehen, einige blicken auf den Boden. Als ein Teilnehmer »Free Palestine« ruft, wird er von Gefängnisbeamten zu Boden gedrückt. Die Bilder sorgten weltweit für scharfe Reaktionen. Nach Berichten israelischer Medien äußerten mindestens 24 Staaten Kritik an Ben-Gvirs Verhalten, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien und Neuseeland.

Der neuseeländische Außenminister Winston Peters erklärte auf X, sein Land verurteile das Verhalten Ben-Gvirs. Bereits im vergangenen Jahr habe Neuseeland gegen den Minister ein Reiseverbot verhängt, weil er Frieden und Sicherheit »schwer und vorsätzlich untergraben« habe. Die aktuellen Vorgänge bestätigten diese Entscheidung erneut.

»Schockierend und inakzeptabel«

Auch Australiens Außenministerin Penny Wong sprach von »schockierenden und inakzeptablen« Bildern. Spanien kündigte unterdessen die Rückführung von 44 Aktivisten an, die über die Türkei nach Madrid ausgeflogen werden sollten.

Selbst Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu distanzierte sich ungewöhnlich deutlich von Ben-Gvir. Zwar habe Israel »jedes Recht«, provokative Flottillen von Hamas-Unterstützern am Erreichen des Gazastreifens zu hindern, erklärte Netanjahu. Zugleich fügte er hinzu: »Die Art und Weise, wie Minister Ben Gvir mit den Flottille-Aktivisten umgegangen ist, entspricht nicht den Werten und Normen Israels.« Er habe die zuständigen Behörden angewiesen, die Aktivisten so schnell wie möglich abzuschieben. im

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