Israel

Außenminister Sa’ar weist Kabinettskollegen Ben-Gvir zurecht

Wegen eines Videos in der Kritik: Itamar Ben-Gvir Foto: copyright (c) Flash90 2025

Nach einem Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das Gaza-Aktivisten auf demütigende Weise zeigt, hat sich Außenminister Gideon Sa’ar mit deutlichen Worten von seinem rechtsextremen Kabinettskollegen distanziert. Er habe »unserem Staat mit diesem beschämenden Auftritt wissentlich Schaden zugefügt – und das nicht zum ersten Mal«, schrieb Saar.  Ben-Gvir sei »nicht das Gesicht von Israel«.

Kurz darauf schloss sich auch Premierminister Benjamin Netanjahu der Kritik an Ben-Gvir an. »Israel hat jedes Recht, provokative Flottillen von Hamas-Terroristenanhängern daran zu hindern, in unsere Hoheitsgewässer einzudringen und den Gazastreifen zu erreichen«, wird Netanjahu von der »Times of Israel« zitiert. »Die Art und Weise, wie Minister Ben Gvir mit den Flottillenaktivisten umgegangen ist, steht jedoch nicht im Einklang mit Israels Werten und Normen.«

Das italienische Außenministerium hat in Reaktion auf das Video den israelischen Botschafter einbestellt. »Das Video von Minister Ben-Gvir ist absolut inakzeptabel und verstößt gegen jeden elementaren Schutz der Menschenwürde«, schrieb Außenminister Antonio Tajani auf X. 

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Ben-Gvirs Video zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhängern und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod. »Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren«, ruft er auf dem Video, auf dem er die Aktivisten auch verspottet.

Israels Außenministerium meldete in der Nacht den vollständigen Stopp der aus 51 Booten bestehenden Gaza-Hilfsflotte. Alle 430 Aktivisten seien auf israelische Schiffe gebracht worden. Ziel der »Gaza Sumud Flotilla« war es laut den Veranstaltern gewesen, »einen humanitären Korridor einzurichten und Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen«.

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Israel wirft den Aktivisten dagegen vor, der Terrororganisation Hamas in die Hände zu spielen. »Eine weitere PR-Flotilla ist zu Ende gegangen«, hieß es in einer Mitteilung des Jerusalemer Außenministeriums auf X. »Diese Flottille hat einmal mehr bewiesen, dass sie nichts anderes ist als ein PR-Stunt im Dienste der Hamas. Israel wird weiterhin in vollem Einklang mit dem Völkerrecht handeln und keine Verletzung der rechtmäßigen Seeblockade Gazas zulassen.« dpa/ja

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