Nahost

Israel bereitet Evakuierung Zehntausender Touristen für Ernstfall vor

Touristen in Jerusalem (Juni 2025) Foto: copyright (c) Flash90 2025

Angesichts der angespannten Sicherheitslage und möglicher Angriffe aus Iran hat sich Israel auf eine Evakuierung ausländischer Besucher vorbereitet. Wie auch »The Jerusalem Post« berichtet, gibt es nach Angaben des Generaldirektors des israelischen Tourismusministeriums, Michael Izhakov, einen detaillierten Notfallplan für den Fall, dass der Luftraum geschlossen werden muss.

Nach aktuellen Schätzungen halten sich rund 42.000 Touristen im Land auf. Diese Zahl sei allerdings nicht vollständig, da Israelis mit doppelter Staatsbürgerschaft bei der Einreise häufig nicht als Touristen erfasst würden, sagte Izhakov. Dennoch sei die Größenordnung ausreichend, um die organisatorischen Anforderungen klar zu definieren.

Die Vorbereitungen laufen demnach bereits seit etwa einem Monat. Hintergrund seien die Erfahrungen aus früheren Eskalationen, insbesondere aus dem zwölftägigen Krieg mit Iran im vergangenen Jahr. Damals habe sich gezeigt, wie wichtig klare Abläufe und eindeutige Zuständigkeiten seien, erklärte der Leiter des Ministeriums. Ziel sei es, im Ernstfall keine improvisierten Lösungen finden zu müssen.

»Wir wollen Gewissheit schaffen«

Izhakov betonte, es gehe nicht um eine konkrete Warnung, sondern um Vorsorge. »Das ist allgemeine Vorbereitung. Wir sagen keinen Ärger voraus, aber wir wollen bereit sein«, sagte er. Das Tourismusministerium habe interne Verfahren entwickelt, um Besuchern Sicherheit und Orientierung zu geben. »Wir wollen Gewissheit schaffen – für die Touristen und für alle Beteiligten.«

Lesen Sie auch

Ein Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation. Für den Fall einer Luftraumsperre seien mehrsprachige Informationssysteme vorbereitet worden. Zudem werde ein menschlich besetztes Lage- und Einsatzzentrum eingerichtet, das in direktem Kontakt mit den Touristen stehen soll. »Wenn und sobald der Himmel geschlossen wird, haben wir die Mittel, und alle Verantwortlichen wissen, was in diesem Moment zu tun ist«, sagte Izhakov.

Nach seinen Worten verfügt der Staat grundsätzlich über Kontaktmöglichkeiten zu Einreisenden. »Der Staat Israel hat die Telefonnummern derjenigen, die ins Land einreisen – das ist nicht übermäßig kompliziert«, erklärte er. Zwar gebe es datenschutzrechtliche und juristische Vorgaben, doch die meisten Touristen müssten bei der Einreise ohnehin entsprechende Formulare ausfüllen.

Vermeidung chaotischer Situationen

Parallel dazu erfasst das Ministerium die Aufenthaltsorte der Besucher, insbesondere in Hotels. Dadurch solle im Notfall schnell reagiert und gezielt informiert werden. Ziel sei es, chaotische Situationen zu vermeiden und klare Anweisungen geben zu können.

Izhakov machte deutlich, dass sich sein Haus auf Szenarien vorbereitet, die bereits im vergangenen Sommer Realität geworden seien. »Es wird keine Situation geben, in der Touristen ohne Orientierung umherirren«, sagte er laut »The Jerusalem Post« und anderen Medien in Israel. Das Ministerium habe Erfahrung mit Krisen- und Kriegslagen gesammelt und wolle diesmal vorbereitet sein. »Wir wollen einen Notfallplan haben – selbst wenn wir ihn am Ende nie brauchen.« im

Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Die neue Regierung in Bogotá will auch die kolumbianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Unterdessen hat Israel Soforthilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Kolumbien zugesagt

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  10.08.2026

Triest

Israelischer Physiker Haim Sompolinsky erhält renommierte Dirac-Medaille

Der in Dänemark geborene Wissenschaftler ist 76 Jahre alt und emeritierter Professor am Edmond and Lily Safra Center und der Hebräischen Universität Jerusalem

 10.08.2026

Umfrage

Weder Netanjahu-Lager noch Opposition erreicht Mehrheit

Eine neue Erhebung zeigt: Der Likud bleibt stärkste Kraft. Was würde das für eine Regierungsbildung bedeuten?

 10.08.2026

Nahost

Board of Peace: Gaza-Plan einzige Garantie für Verhinderung weiterer Hamas-Massaker

Der Sondergesandte Nikolai Mladenov sagt, entscheidend sei dabei nicht Vertrauen in die Hamas, sondern eine lückenlose Überprüfung konkreter Schritte zur Entwaffnung der Terrororganisation

 10.08.2026

Nahost

Israel erlaubt offenbar Wiederaufbau in von ihm kontrollierten Teilen des Gazastreifens

Nach einem Bericht des Radiosenders der Armee sollen Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz die Arbeiten bereits vor rund zwei Wochen gebilligt haben

 10.08.2026

Flüge

US-Airline nimmt Route Tel-Aviv-New York wieder auf

Pünktlich zu Rosch Haschana gibt es wieder Direktflüge zwischen New York und Tel Aviv von anderen Anbietern als El Al

 09.08.2026

Jerusalem

Likud attackiert Wahlgremium

Der Likud protestiert gegen neue Mitglieder im unabhängigen Wahlgremium. Experten sehen darin einen möglichen Auftakt dazu, die Wahlergebnisse im Oktober nicht anzuerkennen

 09.08.2026