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Tel Aviv

Bericht: Israel gab USA Beweise über Exekutionen im Iran

Die Polizei in Teheran schützt Aufmärsche von Regime-Unterstützern, geht aber brutal gegen Anti-Regierungs-Protestierer vor. Foto: picture alliance / NurPhoto

Israel hat den USA laut einem Medienbericht Geheimdienstinformationen über Hinrichtungen von Demonstranten im Iran übermittelt. Dadurch sei die US-Führung an belastende Beweise gegen die Führung in Teheran gelangt, berichtete die Zeitung »Israel Hajom«. 

Die Sorge vor einem neuen Krieg ist jüngst gestiegen, auch weil die USA starke Militärkräfte in der Region zusammenziehen.

Der US-Geheimdienst verfüge über »eindeutige Augenzeugenberichte über Hinrichtungen, die mit verschiedenen Methoden durchgeführt wurden«, hieß es in dem Bericht. Israel sei an der Beschaffung dieser Informationen beteiligt gewesen. Außerdem gebe es »zahlreiche detaillierte Berichte über den Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten auf den Straßen sowie über Protestteilnehmer, die nach ihrer Festnahme hingerichtet wurden«. 

Teheran dementierte Äußerungen Trumps zu Hinrichtungsstopp

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Israel verfügt nach Medienberichten über ein gutes Geheimdienstnetz im Iran. Im vergangenen Juni kam es zu einem zwölf­tägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran, der von heftigem gegenseitigem Beschuss geprägt war. Vor dem Hintergrund von Spekulationen über einen möglichen neuen US-Angriff im Iran hatten beide Länder gegenseitige Drohungen ausgesprochen.

Die Proteste mit Tausenden Toten im Iran waren Ende Dezember ausgebrochen. Ausgelöst durch die schwere Wirtschaftskrise im Land gingen zunächst Händler auf die Straßen. Vor gut zwei Wochen kam es in den Metropolen am 8. und 9. Januar dann zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden.

Bemühungen um diplomatische Lösung

Der US-Präsident hatte zunächst gesagt, ein Militärangriff auf die Führung der Islamischen Republik sei ausgeblieben, weil die Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Während der Protestwelle gegen die autoritäre Regierung hatte er den Demonstranten wiederholt seine Unterstützung zugesichert und rote Linien für die Führung in Teheran gezogen – bisher ohne Konsequenzen. Irans Justiz hat Trumps Äußerungen, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden sei, dementiert.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu traf am Samstagabend die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Beide gehören laut »Israel Hajom« innerhalb der US-Regierung zu jener Gruppe, die eine diplomatische Lösung mit der iranischen Führung anstrebt, um zu verhindern, dass die gesamte Region in einen Krieg hineingezogen wird. Unterstützung erhielten sie dabei von Katar, Saudi-Arabien und der Türkei. dpa

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