Teheran

Iranische Proteste: 36.000 Menschen getötet

Junge Frauen in Teheran laufen entgegen den Regeln des Mullah-Regimes ohne Hijabs eine Straße entlang. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Berichte über das Ausmaß der Gewalt während der jüngsten Proteste im Iran sorgen international für Entsetzen, wie auch amerikanische Medien berichten. Das exiliranische Nachrichtenportal Iran International meldete am Sonntag, während der landesweiten Unruhen Anfang Januar seien mehr als 36.000 Menschen getötet worden.

Auslöser der Proteste war demnach der Zusammenbruch der iranischen Währung Rial Ende Dezember. Innerhalb weniger Tage breiteten sich Demonstrationen gegen das Teheraner Regime im ganzen Land aus und hielten rund zwei Wochen an. Sicherheitskräfte gingen mit massiver Gewalt gegen die Protestierenden vor, Tausende Menschen wurden festgenommen oder getötet.

Nach Angaben von Iran International basiert die Schätzung der Opferzahlen auf einer Auswertung »geheimer Dokumente, Feldberichte sowie Aussagen von medizinischem Personal, Augenzeugen und Angehörigen der Opfer«. Besonders am 8. und 9. Januar habe sich ein bislang beispielloses Ausmaß an Gewalt gezeigt. Das Portal spricht von dem »blutigsten Massaker an Zivilisten bei Straßenprotesten innerhalb von zwei Tagen in der Geschichte«.

Übereinstimmende Berichte

Ein Großteil der Tötungen ist dem Bericht zufolge durch Einheiten der Revolutionsgarden und der ihnen unterstellten Basidsch-Miliz erfolgt. Zudem seien auch ausländische Verbündete aus dem Irak und aus Syrien eingesetzt worden. Quellen aus dem iranischen Innenministerium hätten erklärt, dass unter Einbeziehung später gemeldeter Zahlen aus den Provinzen die tatsächliche Opferzahl bei über 30.000 liege.

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Das Magazin »Time« berichtete von mehr als 30.000 Todesopfern. Zwar betonte die Redaktion, die genaue Zahl nicht unabhängig verifizieren zu können, stützte sich jedoch auf übereinstimmende Berichte von Ärzten, Sanitätern und anderen Ersthelfern. Demnach seien während der Proteste zeitweise Lastwagen anstelle von Krankenwagen eingesetzt worden, zudem habe es an Leichensäcken gefehlt.

Die iranische Regierung weist die Berichte entschieden zurück. Außenamtssprecher Esmail Baqaei bezeichnete den »Time«-Artikel als eine »Lüge im Hitler-Stil«. In einem Beitrag in sozialen Netzwerken schrieb er: »Ist das nicht die Zahl, die sie geplant hatten, auf den Straßen Irans zu töten? Sie sind gescheitert und versuchen nun, das in den Medien zu fälschen. Wahrlich niederträchtig!«

Offiziell räumt die iranische Führung bislang lediglich 3117 Todesopfer ein, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte. Unabhängige Überprüfungen der deutlich höheren Zahlen sind aufgrund der restriktiven Informationslage im Land kaum möglich. im

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