Jüdische Filmtage Frankfurt

Von Lea Gottlieb bis Jojo Rabbit

Rosie (Scarlett Johansson) und ihr Sohn Johannes, genannt Jojo (Roman Griffin Davis) Foto: dpa

Claudia Schiffer trug sie, Naomi Campbell auch, und sogar Lady Di soll in einem Badeanzug von Gottex gesehen worden sein. Die Bademode mit den großen, vielfarbigen Hibiskusblüten war seit den 70er-Jahren der Fashion-Hit, wenn es darum ging, am Strand oder am Pool eine gute Figur abzugeben.

Hibiskus Entworfen wurden die Badeanzüge von Lea Gottlieb, die übrigens aus einem ganz bestimmten Grund Hibiskusblüten liebte. Welche Geschichte hinter dem Unternehmen Gottex steckte und wer Lea Gottlieb war, das zeigt der Dokufilm Mrs G. von Dalit Kimor.

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Mrs. G. ist einer von 20 Filmen, die auf den mittlerweile bereits zum dritten Mal stattfindenden Jüdischen Filmtagen in Frankfurt am Main gespielt werden. Das Festival, das in diesem besonderen Kinojahr unter dem Motto »Im falschen Film – Anders als erwartet« läuft, gilt als »filmische Ergänzung zu den Jüdischen Kulturwochen«, die seit 40 Jahren »jüdisches Leben in die Stadtge­sellschaft tragen«, schreiben Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, und Marc Grünbaum, Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, in ihrem Grußwort. »Wo die persönliche Begegnung fehlt, sind Klischees nicht weit.«

Forum Gerade deshalb wollen sich die Jüdischen Filmtage »als Forum, das jüdisches Leben in all seiner Lebendigkeit und Diversität sichtbar macht« und »für The­men aus der jüdischen Welt sensibilisieren will«, verstanden wissen.

Dazu zählen große internationale Produktionen wie die Komödie Jojo Rabbit oder der Dokumentarfilm Winterreise genauso wie kleinere, aber nicht weniger bedeutende Dokumentationen wie Alexander Granach – Da geht ein Mensch oder der Kurzfilm Masel Tov Cocktail von Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch und Merle Teresa Kirchhoff, der erst kürzlich mit dem Civis Medienpreis in der Kategorie »Young C« ausgezeichnet wurde.

Mit Ask Dr. Ruth ist auf den Filmtagen eine Doku zu sehen, die leider schon ausgebucht ist. Kein Wunder, gibt der Film doch einen Einblick in das Leben von Ruth Westheimer, die 1928 in Karlstadt geboren wurde und in Frankfurt aufwuchs.

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»Schon ironisch«, twitterte die heute 92-jährige Westheimer zum Filmstart der Doku vor zwei Wochen, »dass ich Deutschland verlassen musste, um mein Leben zu retten. Mich freut es aber trotzdem.« Das Publikum wird der 100-minütige Film auch erfreuen.

Die Filmtage bieten aber noch mehr: das Drama Persischstunden mit Lars Eidinger und Nahuel Pérez Biscayart, eine Lichtkunst-Installation von Ivan Robles Mendoza am Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum am 12. und 13. September und einen Talk mit dem israelischen Schriftsteller Etgar Keret, der im Anschluss seines Films Etgar Keret – Based on a True Story die eine oder andere Anekdote erzählen wird.

Stummfilm Den Abschluss bildet eine Reminiszenz an das Frankfurt der 20er-Jahre: Visit Frankfurt with Uncle Rosenberg aus dem Jahr 1926.

Für Kinofans gelten in diesem Jahr – wie überall anders auch – die Hygiene- und Abstandsregeln, aber eine Maske beim Filmschauen stört auch hier ganz und gar nicht, denn sie soll ja über Nase und Mund gezogen werden und nicht über die Augen.

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