Berlin

Jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin feiert 30-jähriges Bestehen

Rabbiner Yehuda Teichtal spricht zum Festakt auf dem Straßenfest zum 30-jährigen Bestehen der Jüdischen Gemeinde Chabad. Foto: picture alliance/dpa

Mit einem großen Straßenfest hat die Jüdische Gemeinde Chabad Berlin diesen Sonntag ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. »Ihr reicht Hände, ihr seid Brückenbauer«, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei einem Festakt am Nachmittag. Chabad sei ein Glücksfall für Berlin. »Ich möchte in keinem Berlin leben, wo jüdisches Leben nicht sichtbar ist. Denn jüdisches Leben gehört zur DNA Berlins.«

Auch Ron Prosor, der israelische Botschafter in Deutschland, würdigte die Gemeinde. »Ich wünsche Euch, dass ihr so weitermacht, damit jüdisches Leben in Berlin weiter sichtbar ist.« Noch immer würden Juden tagtäglich bedroht. »Möge Eure Energie, Eure Unterstützung, das ändern.«

Für den Rabbiner Yehuda Teichtal, Vorsitzender der Chabad-Gemeinde, sei das Jubiläum eine Zeit großer Dankbarkeit. »Wir wollen die Zukunft jüdischen Lebens in Berlin und Deutschland mit Zuversicht, Freude und Entschlossenheit mitgestalten«, sagte er im Vorfeld. »Unser Jubiläum soll Menschen zusammenbringen und ein starkes Zeichen für ein respektvolles und friedliches Miteinander setzen.«

Neue Tora und geplanter Synagogen-Bau

Neben Live-Musik und jüdischem Street-Food präsentierte die Gemeinde bei dem Straßenfest auch die Aktion »Tora für Deutschland«. Dabei soll eine Tora, die Heilige Schrift des Judentums, komplett in Deutschland entstehen. In den nächsten Wochen sollen verschiedene Vertreter aus Politik, Kultur und Wissenschaft dort Buchstaben hinzufügen.

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Ebenso konnten die Besucher des Fests mittels Virtual-Reality-Brillen einen Blick auf den geplanten Neubau der zentralen Synagoge der Chabad-Gemeinde werfen. Nach Angaben von Chabad sei die jetzige Synagoge in Berlin-Wilmersdorf zu klein. Aktuell könnten etwa 250 Gläubige dort Platz finden, nach dem Umbau sollen bis zu 600 Besucher in die Synagoge passen.

Laut Chabad soll der Bau des etwa 20 Millionen Euro teuren Projekts im kommenden Jahr starten. Als Zieldatum werde 2030 angepeilt. Finanziert werden soll der Neubau unter anderem durch Spenden und die Unterstützung durch den Bund.

Knapp 4.000 Mitglieder

Die Chabad-Gemeinde in Berlin wurde 1996 gegründet und ist eine von mehreren jüdischen Gemeinden in der Hauptstadt. Sie zählt mittlerweile rund 4.000 Mitglieder, betreibt mehrere kleine Synagogen sowie den Jüdischen Campus. Zu diesem gehören unter anderem ein Kindergarten, eine Grundschule und ein Gymnasium. kna

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