Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten Steinmeier spricht vor der Preisverleihung mit Rabbiner Yehuda Teichtal. Foto: picture alliance/dpa

Die Jüdische Gemeinde Chabad Berlin hat am Dienstagabend die Juristin Elke Büdenbender geehrt. Die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt den »Preis für den Einsatz zur Stärkung jüdischen Lebens in Deutschland und eines positiven Miteinanders«. Der Preis wurde ihr auf dem Jüdischen Campus in Berlin-Wilmersdorf überreicht.

Der Gemeindevorsitzende, Rabbiner Yehuda Teichtal, nannte die Preisträgerin »ein leuchtendes Beispiel für Wärme, Mitgefühl und moralische Klarheit.« Sie habe Empathie, Fürsorge und klare Haltung auch in Zeiten großer Herausforderungen, besonders nach dem 7. Oktober 2023, gezeigt: »Wenn die Winde stark sind und die Wellen hochschlagen, dann ist es von unschätzbarem Wert, zu wissen, dass es Menschen gibt, die an unserer Seite stehen.«

Elke Büdenbender setze sich seit vielen Jahren mit großer Überzeugung und persönlichem Engagement für jüdisches Leben sowie für ein tolerantes und respektvolles Miteinander in unserer Gesellschaft ein, hieß es in der Preisbegründung.

Mitmenschlichkeit und Empathie

In der Laudatio betonte die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), dass Elke Büdenbender ihr öffentliches Amt als First Lady nie als dekoratives Amt verstanden, sondern immer auch als Verpflichtung betrachtet habe. Der Mitmenschlichkeit und Empathie verpflichtet, sei sie immer gegen Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland eingetreten. Gerade in Zeiten, in denen der Judenhass in der Mitte der Gesellschaft immer deutlicher werde, brauche es eine so klare Haltung: »Wir brauchen Menschen, die nicht wegschauen, nicht relativieren, nicht schweigen, sondern stehenbleiben, zuhören, widersprechen, Haltung zeigen«, so Zypries.

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Dies habe Büdenbender bei zahlreichen Besuchen in jüdischen Gemeinden, Gesprächen mit Jugendlichen und vielen deutsch-israelischen Begegnungen deutlich gemacht. Unter anderem sei die Preisträgerin im Kuratorium der Bildungsstätte Anne Frank, als Vorsitzende der Jury für den Margot Friedländer Preis und im Kuratorium des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums engagiert. »Der Einsatz für das jüdische Leben von Elke Büdenbender in Deutschland ist immer auch eingebettet in die besondere Verantwortung unseres Landes gegenüber dem Staat Israel und seinen Bürgerinnen und Bürgern.«

Die Preisträgerin dankte für die Auszeichnung, die für etwas stehe, was ihr ganz besonders wichtig sei: »Toleranz und Akzeptanz, Respekt und Nächstenliebe.« Dies sei für sie Ansporn und Verpflichtung zugleich, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, und weiterhin klar Stellung zu beziehen für Menschlichkeit, Respekt und ein friedliches Miteinander. »Und ich versichere Ihnen, ich werde mich auch weiterhin für das jüdische Leben hier in Deutschland einsetzen«, so Elke Büdenbender.

Selbstverständlich und sicher

Die First Lady drückte ihren Wunsch aus, dass man gemeinsam daran arbeite, dass Jüdinnen und Juden in diesem Land selbstverständlich und ohne Angst leben können. »Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass jüdisches Leben in Deutschland sichtbar, selbstverständlich und sicher bleibt –als lebendige Gegenwart und als gemeinsame Zukunft.«

Die Auszeichnung wird seit 2021 alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger waren Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und SPD-Chefin Bärbel Bas. ddk

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