Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Jewrovision 2024 in Hannover / Auftritt der Sieger/ Halev Stuttgart Foto: Chris Hartung

Sie wollen singen, tanzen und gemeinsam feiern: Für Hunderte junge Jüdinnen und Juden in Deutschland ist der Wettbewerb Jewrovision ein großes Event. Am Freitag kommen laut Veranstalter mehr als 1.200 Jugendliche in Stuttgart zusammen und treten mit ihren Choreographien und Kostümen auf. Es solle ein Zeichen gegen eine Verdrängung jüdischen Lebens aus der Öffentlichkeit sein, heißt es.

Im vergangenen Jahr traten 14 Jugendgruppen an. Gewonnen hat eine gemeinsame Gruppe der Jugendzentren Jachad Köln und Kavanah Aachen. Den Preis für das beste Video bekam das Jugendzentrum Chesed Gelsenkirchen. In diesem Jahr nehmen 13 Jugendzentren teil.

»Das Motto der diesjährigen Jewrovision lautet ja ‚Voices of Hope‘. Damit verbunden ist ganz klar die Hoffnung auf ein lautes, auf ein öffentliches und offenes jüdisches Leben in Deutschland«, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

»Nicht allein«

Die Veranstaltung solle vor allem jungen Jüdinnen und Juden die Gelegenheit bieten, Gleichaltrige kennenzulernen und mit ihnen zu konkurrieren. Ihnen solle gezeigt werden: »Gerade auch wenn sie aus kleineren Gemeinden kommen, sind sie nicht alleine. Die jüdische Gemeinschaft ist gar nicht mal so klein«, betonte Schuster.

Der Zentralrat richtet die Jewrovision aus. Nach seinen Angaben handelt es sich um den größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Deutschlands und Europas. Dieser orientiert sich an der »großen Schwester« Eurovision Song Contest (ESC). Der ESC findet parallel in Wien statt, das Finale geht dort am Samstag über die Bühne.

Überschattet wird der ESC von politischen Kontroversen: Wegen des Krieges hatten mehrere Länder zum Boykott der größten Popmusik-Veranstaltung der Welt aufgerufen. Ende April forderten zudem mehr als 1.000 Musiker einen Ausschluss des israelischen Fernsehsenders Kan vom ESC. Die Boykottaufrufe waren auch in Deutschland auf Kritik gestoßen.

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025

Osnabrück

Rabbiner Teichtal: »Unsere Aufgabe ist es, nicht aufzugeben«

»Wer heute gegen Juden ist, ist morgen gegen Frauen und übermorgen gegen alle, die Freiheit und Demokratie schätzen«, sagt der Oberrabbiner

 24.10.2025

Köln

»Im Stich gelassen«

Nach einer Kontroverse um einen geplanten Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zieht sich die Synagogengemeinde Köln aus dem »Runden Tisch Frieden« im Stadtteil Chorweiler zurück

von Michael Thaidigsmann  04.09.2025

Darmstadt

Jüdische Kulturwochen: Großer Andrang bei Eröffnung

Das Programm schließt den Extremismusforscher Ahmad Mansour mit ein

von Imanuel Marcus  03.09.2025

Interview

Zusammenlegung von jüdischen Gemeinden »schmerzlich«, aber denkbar

Zu wenig engagierter Nachwuchs und mögliche Zusammenschlüsse von jüdischen Gemeinden - so sieht die Lage laut Zentralrat der Juden derzeit aus. Präsident Schuster äußert sich auch zur Rabbinerausbildung in Potsdam

von Leticia Witte  17.07.2025

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde sagt »Resonanzräume«-Festival ab

Grund ist die »die aktuelle Eskalation der Situation zwischen Israel und dem Iran«, so die Kulturabteilung

 17.06.2025