Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Dieter Nuhr Foto: picture alliance / HMB Media

Im Gespräch mit der »Welt« hat sich der Kabarettist Dieter Nuhr kritisch zur politischen Debattenkultur in Deutschland geäußert und dabei auch den Umgang mit der AfD thematisiert. Besonders die sogenannte »Brandmauer«-Strategie gegen die Partei sieht er skeptisch.

Nuhr sagte, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. In einer funktionierenden Demokratie werde ein erheblicher Teil der Wählerschaft sonst faktisch ignoriert. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genutzt als geschadet, so seine Einschätzung.

Zugleich betonte er, das bedeute keine Zustimmung zu Inhalten der AfD. Nach seiner Darstellung hat die Partei bislang keine tragfähigen Lösungen für zentrale politische Probleme vorgelegt. Gerade deshalb sei es kontraproduktiv, ihr dauerhaft die politische Bühne zu entziehen. Wenn sie stärker in Debatten eingebunden würde, so Nuhrs Argumentation, würde deutlicher werden, wie widersprüchlich ihre Positionen seien.

Lesen Sie auch

Kritisch äußerte er sich auch zur öffentlichen Wahrnehmung der Partei. Die AfD profitiere seiner Meinung nach davon, dass sie sich oft im Hintergrund halte und dadurch weniger Angriffsfläche biete.

Auf die Frage nach der politischen Zukunft und der Rolle der AfD in der Bundespolitik sagte Nuhr schließlich mit Blick auf deren mögliche Regierungsverantwortung: Sollte Alice Weidel Bundeskanzlerin werden, erklärte er knapp, dann »bin ich weg«.

Zuvor hatte Nuhr der Jüdischen Allgemeinen ein Interview gegeben, in dem er unter anderem über Judenhass in Deutschland, den 7. Oktober, Israel und Geschmacksgrenzen sprach. im

Augsburg

Neue »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« gegründet

Rund 60 Theaterschaffende haben in Augsburg ein neues Netzwerk gegen Judenfeindlichkeit ins Leben gerufen. Ihnen geht es etwa darum, antisemitismuskritische künstlerische Werke zu entwickeln. Und sie wollen expandieren

von Christopher Beschnitt  02.07.2026

Protest

Zehntausende Gegner des AfD-Bundesparteitags in Erfurt erwartet

Erfurt hofft auf ein gewaltfreies Wochenende: Zum AfD-Bundesparteitag in der Stadt werden zehntausende Demonstranten erwartet. Kirchen, Parteien und Bündnisse rufen zu friedlichem Protest auf. Die Polizei bereitet sich auf mögliche Störungen vor

von Matthias Thüsing  02.07.2026

Nahost

Iran besteht auf militärische Kontrolle der Straße von Hormus

Die iranische Armee verlangt, dass Schiffe nur die vom Iran festgelegte Route durch die Meerenge nutzt

 02.07.2026

Diplomatie

USA und Iran sollen Fortschritte bei indirekten Gesprächen gemacht haben

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran erschweren eine Lösung der komplexen Konfliktlage im Nahen Osten. Nach indirekt geführten Gesprächen in Doha melden die Vermittler Fortschritte

 02.07.2026

Meinung

Was Deutschland von Albanien lernen kann

Wer immer noch überrascht tut und nicht konsequenter gegen die Mullahs vorgeht, handelt nicht nur fahrlässig, sondern lädt ihre Killer geradezu ein

von Ralf Balke  02.07.2026

Analyse

Vorteil Putin?

Früh hieß es, Russland sei einer der Profiteure des Iran-Kriegs und die Ukraine ein Verlierer. Doch das greift zu kurz

von Alexander Friedman  02.07.2026

Hintergrund

Wenn Juden- und Israelfeindlichkeit Extremisten aller Couleur vereint

Der Verfassungsschutzbericht 2025 verdeutlicht einmal mehr: Antisemitismus und Antizionismus sind der Bindekitt zwischen ansonsten inkompatiblen extremistischen Strömungen

von Michael Thaidigsmann  01.07.2026

Meinung

Warum Hessens Vorstoß mit der Meinungsfreiheit vereinbar ist

Die Landesregierung will die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe stellen. Mit einer veränderten Begründung und anderen leichten Modifikationen wäre der umstrittene Entwurf grundgesetzkonform

von Fiete Kalscheuer  01.07.2026

Extremismus-Bericht

Auschwitz Komitee macht AfD für gestiegenen Rechtsextremismus verantwortlich

Die Zahl der Extremisten in Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz weiter gestiegen. Dafür macht das Komitee vor allem die AfD verantwortlich

 01.07.2026