Theaterleute aus ganz Deutschland haben die »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« gegründet. Rund 60 Personen sind dazu vergangenes Wochenende in Augsburg zusammengekommen, wie die Initiative am Donnerstag mitteilte.
Unter ihnen waren demnach Mitarbeitende von 19 Stadt- und Staatstheatern sowie zehn freien Theatergruppen. Beteiligt gewesen seien etwa Vertreter des Staatstheaters Augsburg, des Jungen Theaters Augsburg, der Landungsbrücken Frankfurt, des Theaterkollektivs KGI (Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten) aus Mülheim an der Ruhr und des Instituts für Neue Soziale Plastik aus Berlin.
Workshops und Leitfäden geplant
Die Mitglieder des neuen Netzwerks wollen nach eigenen Angaben darauf hinarbeiten, Antisemitismus in den darstellenden Künsten entgegenzuwirken. Angedacht seien Workshops und Fortbildungen zu Antisemitismus sowie Leitfäden zum Umgang mit judenfeindlichen Vorfällen. Auch gehe es um die Beteiligung jüdischer und israelischer Künstlerinnen und Künstler sowie die Entwicklung antisemitismuskritischer künstlerischer Werke.
Ein weiteres Vorhaben sei ein fortlaufender Austausch zu Antisemitismus und gegenseitige Unterstützung unter den Mitgliedern, hieß es weiter. Kommendes Jahr wolle man sich in Berlin treffen.
Weitere Bühnen sollen überzeugt werden
André Bücker, Intendant des Staatstheater Augsburg, sagte: »Antisemitische Haltungen, oft verborgen hinter sogenannter Israel-Kritik und Antizionismus, sind auch in Kulturinstitutionen, leider, durchaus verbreitet.« Das neue Netzwerk solle diesen Narrativen eine aufgeklärte Praxis entgegensetzen.
Stella Leder vom Vorstand des Instituts für Neue Soziale Plastik erklärte, die Gründung der Initiative sei ein erster wichtiger Schritt. »Nun geht es darum, konkrete und nachhaltige Impulse zu setzen - und weitere Bühnen von unserem Anliegen zu überzeugen.«
Susanne Reng, künstlerische Leiterin des Jungen Theaters Augsburg, ergänzte: »Die Initiative zeigt, dass viele in der freien Szene und öffentliche Theaterhäuser gemeinsam eine klare Haltung gegen Antisemitismus einnehmen.«