US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die Vereinigten Staaten festsitzende Handelsschiffe aus der strategisch wichtigen Straße von Hormus geleiten wollen. Die Operation soll nach seinen Angaben unter dem Namen »Project Freedom« bereits heute beginnen. Amerikanische Medien berichteten.
In einem Beitrag auf Truth Social erklärte Trump: »Zum Wohle des Iran, des Nahen Ostens und der Vereinigten Staaten haben wir diesen Ländern mitgeteilt, dass wir ihre Schiffe sicher durch diese eingeschränkten Wasserwege führen werden.« Welche Staaten konkret von der Maßnahme profitieren sollen, ließ er offen.
Zugleich warnte der US-Präsident, jede Störung des Vorhabens werde Konsequenzen haben. »Jede Einmischung wird entschieden beantwortet werden müssen«, schrieb er weiter.
Teheran reagiert
Der iranische Politiker Ebrahim Azizi erklärte Medienberichten zufolge, »jede amerikanische Einmischung« werde als Verstoß gegen die geltende Waffenruhe gewertet. Damit wächst die Gefahr einer erneuten direkten Konfrontation.
Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Februar hat der Iran den Schiffsverkehr durch die Meerenge stark eingeschränkt. Gleichzeitig versuchen die USA mit einer Seeblockade iranischer Häfen, den wirtschaftlichen Druck auf die Islamische Republik zu erhöhen.
Das US-Zentralkommando bestätigte, dass ein umfangreicher Militäreinsatz zur Absicherung der Mission vorbereitet wird. Demnach sollen rund 15.000 Soldaten, mehrere Zerstörer, mehr als 100 Flugzeuge sowie unbemannte Systeme beteiligt sein.
Zehntausende Seeleute sitzen fest
Ziel sei es, die Sicherheit in der Meerenge zu gewährleisten und internationalen Partnern eine koordinierte Navigation zu ermöglichen. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Nadelöhren des globalen Handels: Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte passiert diese Route.
Nach Schätzungen sind derzeit etwa 20.000 Seeleute in der Region blockiert. Die Versorgungslage verschlechtert sich zunehmend, zudem wächst die Sorge um die physische und psychische Gesundheit der Besatzungen.
Zuletzt berichteten britische Behörden, dass ein Tanker in der Meerenge von einem »unbekannten Projektil« getroffen worden sei. Verletzte habe es demnach nicht gegeben.
Parallel laufen Gespräche
Trotz der angespannten Lage betonte Trump, dass parallel Gespräche mit dem Iran stattfinden. Diese verliefen »sehr positiv« und könnten »zu etwas sehr Gutem für alle führen«. Details nannte er nicht.
Nach iranischen Angaben liegt Washington inzwischen ein umfassender Friedensvorschlag aus Teheran vor. Dieser fordert unter anderem den Abzug amerikanischer Truppen aus der Region, ein Ende der Blockade sowie ein vollständiges Einstellen der Kampfhandlungen.
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums stellte jedoch klar: »In dieser Phase führen wir keine Atomverhandlungen.« Gerade diese sind eine zentrale Forderung der USA.
Hohes Risiko
Die Lage in der Region bleibt damit äußerst fragil. Militärische Zwischenfälle häufen sich. Zuletzt wurde ein Frachtschiff nahe der Meerenge von mehreren Schnellbooten angegriffen. Eine eindeutige Zuordnung steht noch aus. Allerdings setzen die iranischen Revolutionsgarden regelmäßig auf solche Taktiken.
Auch frühere Durchfahrten amerikanischer Kriegsschiffe führten bereits zu Konfrontationen. Teheran hatte wiederholt angekündigt, militärische Präsenz in der Meerenge notfalls mit Gewalt zu beantworten. im