Nahost

USA verschärfen Druck auf Iran, Trump setzt auf lange Blockade

US-Präsident Donald Trump Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Die amerikanische Regierung erhöht den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter. Laut »Wall Street Journal« hat Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter angewiesen, sich auf eine längerfristige Blockade gegen die Islamische Republik vorzubereiten. Gleichzeitig verhängte Washington neue Sanktionen gegen mutmaßliche Finanznetzwerke Teherans.

Dem Bericht zufolge sieht Trump in einer fortgesetzten wirtschaftlichen Abriegelung derzeit ein risikoärmeres Vorgehen. Andere Optionen wie neue Bombardierungen oder ein vollständiger Rückzug aus dem Konflikt würden im Weißen Haus als problematischer bewertet.

Das US-Außenministerium teilte mit, 35 Organisationen und Einzelpersonen mit Sanktionen belegt zu haben, die an einem verdeckten iranischen Finanzsystem beteiligt gewesen sein sollen. Washington spricht von einem »Schattenbank«-Netzwerk, das dem Regime helfen solle, bestehende Strafmaßnahmen zu umgehen.

Einnahmen aus sanktionierten Ölverkäufen

Nach Darstellung der USA nutzen die Revolutionsgarden sowie iranische Streitkräfte internationale Finanzstrukturen, um Einnahmen aus sanktionierten Ölverkäufen zu erzielen, Bauteile für Raketen und Waffen zu beschaffen sowie verbündete Terrororganisationen zu finanzieren.

Zugleich verwies das Außenministerium auf die wirtschaftliche Lage im Iran. Während sich die Lebensbedingungen vieler Menschen verschlechterten, bevorzuge die Führung weiterhin privilegierte Kreise.

Bereits vergangene Woche hatten die Vereinigten Staaten Strafmaßnahmen gegen eine unabhängige Raffinerie in China angekündigt. Das Unternehmen soll iranisches Öl im Milliardenwert gekauft haben.

Zurückfahren amerikanischer Aktivitäten

Zusätzlich setzte das US-Finanzministerium rund 40 Reedereien und Schiffe auf Sanktionslisten, die nach amerikanischer Darstellung zur iranischen Schattenflotte gehören. Ziel ist es, Teherans Ölexporte weiter einzuschränken und damit wichtige Einnahmequellen zu treffen.

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China gilt als wichtigster Abnehmer iranischen Öls. Nach Marktdaten gehen mehr als 80 Prozent der iranischen Lieferungen dorthin.

Parallel dazu untersuchen US-Geheimdienste laut amerikanischen Medien, wie der Iran reagieren würde, falls Trump einseitig einen Sieg im seit zwei Monaten andauernden Konflikt ausrufen sollte. Demnach wollen Regierungsstellen einschätzen, welche Folgen ein mögliches Zurückfahren amerikanischer Aktivitäten hätte.

Streitpunkt: Straße von Hormus

Insidern zufolge sorgt man sich in Washington auch über innenpolitische Folgen des Krieges. Nur rund ein Viertel der Befragten hält den Militäreinsatz demnach für gerechtfertigt oder für einen Zugewinn an Sicherheit.

Zwanzig Tage nach Trumps Verkündung einer Waffenruhe ist die wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus dem Bericht zufolge weiterhin nicht vollständig geöffnet. Der Iran hatte den Schiffsverkehr dort mit Angriffen und Minen beeinträchtigt.

Da durch die Meerenge ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft, haben die Spannungen Auswirkungen auf Energiepreise weltweit. Ein Ende der Blockade könnte auch die Benzinpreise in den USA senken.

Gespräche stocken

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran kommen offenbar nur langsam voran. Trump sagte zuletzt, wenn der Iran reden wolle, müsse er sich lediglich melden.

Offiziell bleiben militärische Optionen zwar auf dem Tisch. Nach Angaben aus Regierungskreisen gelten weitreichende Szenarien wie eine Bodenoffensive inzwischen jedoch als deutlich unwahrscheinlicher als noch vor wenigen Wochen. im

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