Trotz einer verlängerten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon dauern die Kämpfe an. Nach israelischen Angaben wurde im Süden des Libanon ein ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums bei einem Drohnenangriff der Hisbollah getötet. Zudem meldete die Armee mehrere weitere Attacken der proiranischen Terrororganisation auf israelische Soldaten.
Bei dem Todesopfer handelt es sich demnach um den 44-jährigen Amer Hujirat aus Schfar’am im Norden Israels. Er arbeitete nahe Aitaroun unweit von Bint Dschubali mit schwerem Räumgerät, als eine mit Sprengstoff beladene Drohne seinen Bagger traf. Sein 19-jähriger Sohn, der für dieselbe Firma tätig war, wurde nach israelischen Angaben leicht verletzt.
Die Hisbollah reklamierte den Angriff für sich. Sie erklärte, ein israelisches Bulldozer-Fahrzeug in der Region Bint Dschubali angegriffen zu haben. Die israelische Armee sprach den Angehörigen ihr Beileid aus.
Israel sprengt Terrortunnel
Parallel dazu meldete das Militär die Zerstörung zweier großer Tunnelanlagen der Hisbollah in der Ortschaft Qantara im Süden des Libanon. Nach Angaben der Armee wurden die unterirdischen Anlagen über Jahre hinweg mit direkter iranischer Unterstützung gebaut.
Die Tunnel hätten zusammen eine Länge von rund zwei Kilometern erreicht und seien bis zu 25 Meter tief gewesen. In dem System seien zahlreiche Räume, Schächte, Waffenlager sowie Abschussstellungen entdeckt worden. Das Militär erklärte, die Anlagen hätten Teil eines Plans zur Vorbereitung eines Angriffs auf Galiläa sein sollen.
Zur Sprengung seien rund 450 Tonnen Sprengstoff eingesetzt worden. Die Detonationen seien noch in der Region deutlich zu hören gewesen.
Maßnahmen gegen Drohnen
Ministerpräsident Netanjahu erklärte derweil in einer Videobotschaft, er habe bereits vor zwei Wochen ein »Spezialprojekt« angeordnet, um der zunehmenden Bedrohung durch Hisbollah-Drohnen zu begegnen. »Das wird Zeit brauchen – aber wir werden uns darum kümmern«, sagte er.
In den vergangenen Tagen hatte die Hisbollah ihre Drohnenangriffe verstärkt. Bereits zuvor war ein israelischer Soldat bei einem ähnlichen Angriff getötet worden, mehrere weitere wurden verletzt.
Unterdessen wächst in Nordisrael der Unmut über die Vereinbarung mit dem Libanon. Bürgermeister und Kommunalvertreter aus Grenzorten werfen der Regierung vor, die Sicherheit der Bewohner aufs Spiel zu setzen.
»Sicherheit nicht verhandelbar«
Der Bürgermeister von Kirjat Schmona, Avichai Stern, sagte, Israels Sicherheit werde derzeit durch ein Abkommen zwischen den USA, dem Libanon und dem Iran bestimmt. »Unsere Sicherheit ist nicht verhandelbar.«
Auch andere Kommunalpolitiker kritisierten die Wiederöffnung von Schulen und den Alltag unter fortbestehender Bedrohung. Eine Bewohnerin sagte: »Es gibt eigentlich keine Waffenruhe. Hört auf, unsere Kinder als Kanonenfutter zu missbrauchen.«
Die von den USA vermittelte Feuerpause war erst vor kurzem um drei Wochen verlängert worden. US-Präsident Donald Trump hatte zugleich erklärt, Israel könne im Fall von Selbstverteidigung dier Hisbollah weiterhin angreifen. im