Nahost

Trotz Waffenruhe: IDF-Soldat tot, neue Angriffe der Hisbollah

Israelische Soldaten im Süd-Libanon. Da die Hisbollah zivile Gebäude für Angriffe und als Waffenlager missbraucht, sind viele davon zerstört. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Trotz der erst vor wenigen Tagen verlängerten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat sich die Lage an der Nordgrenze erneut deutlich verschärft. Bei einem Hisbollah-Drohnenangriff im Süden des Libanon wurde ein israelischer Soldat getötet, sechs weitere Militärangehörige wurden verletzt. Israel reagierte.

Nach Angaben der israelischen Armee handelt es sich bei dem getöteten Soldaten um den 19-jährigen Sergeant Idan Fooks aus Petah Tikva. Er diente in der 77. Einheit der 7. Panzerbrigade.

Laut Militär war ein Panzer der Einheit im Ort Taybeh innerhalb der von Israel kontrollierten Sicherheitszone liegen geblieben. Während Soldaten Reparaturen durchführten, schlug eine mit Sprengstoff beladene Hisbollah-Drohne neben der Gruppe ein. Fooks kam dabei ums Leben.

Attacke während Evakuierung

Ein Offizier und drei weitere Soldaten wurden schwer verletzt. Ein weiterer Soldat erlitt mittelschwere Verletzungen, ein sechster leichte.

Während der anschließenden Evakuierung der Verwundeten habe die Hisbollah zwei weitere Sprengdrohnen gestartet. Eine sei abgefangen worden, die zweite nahe den Kräften und einem Rettungshubschrauber eingeschlagen, ohne weiteren Schaden anzurichten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte die Hisbollah für die Eskalation verantwortlich. Zu Beginn der Kabinettssitzung sagte er: »Wir müssen verstehen, dass die Verstöße der Hisbollah in der Praxis die Waffenruhe demontieren.«

»Alles Notwendige«

Weiter erklärte er: »Wir handeln entschlossen nach den Regeln, die wir mit den Vereinigten Staaten und übrigens auch mit dem Libanon vereinbart haben.« Israel werde nicht hinnehmen, dass im Norden Unsicherheit herrsche. »Wir werden alles Notwendige tun, um die Sicherheit im Norden wiederherzustellen«, sagte Netanjahu.

Bereits am Vortag hatte er die Armee angewiesen, Hisbollah-Ziele »mit Nachdruck« anzugreifen.

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Die Hisbollah übernahm die Verantwortung für den tödlichen Angriff, bezeichnete ihn jedoch als Reaktion auf angebliche israelische Verstöße gegen die Waffenruhe. In einer Erklärung hieß es, die Angriffe auf israelische Ziele seien »eine legitime Antwort auf die anhaltenden Verstöße des Feindes gegen die Waffenruhe seit dem ersten Tag«.

Luftschläge auf Terror-Ziele

Tatsächlich greift die Terrororganisation Israel seit dem 8. Oktober 2023 immer wieder unprovoziert an. Tausende Bewohner Nord-Israels mussten fliehen.

Nach dem Drohnenangriff griff die israelische Luftwaffe zahlreiche Hisbllah-Ziele im Süden des Libanon an. Nach Angaben der Armee wurden Raketenabschusskommandos, Waffenlager, vorbereitete Abschussrampen sowie Gebäude der Terror-Miliz attackiert. Zudem meldete das Militär mehrere gezielte Angriffe auf bewaffnete Hisbollah-Mitglieder, darunter Kämpfer in Fahrzeugen sowie auf Motorrädern.

Vor den Angriffen hatte die Armee Bewohner mehrerer Ortschaften nördlich der israelischen Sicherheitszone zur Evakuierung aufgefordert.

Raketenalarm im Norden Israels

Bereits zuvor waren aus dem Libanon Raketen und Drohnen auf Nordisrael abgefeuert worden. Sirenen heulten in mehreren Gemeinden in Galiläa. Nach Angaben des Militärs wurden Geschosse und Drohnen größtenteils abgefangen, Verletzte gab es nicht.

Auch mehrere Drohnen, die auf israelische Truppen im Südlibanon gezielt hätten, seien abgeschossen worden.

Die Waffenruhe war Mitte April in Kraft getreten und vergangene Woche nach Vermittlung von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert worden. Dennoch kommt es nahezu täglich zu Zwischenfällen. im

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