Nahost

Libanon drängt auf Verlängerung der Waffenruhe mit Israel – erneuter Drohnenangriff der Hisbollah

Soldaten der 91. Division der IDF in der Region um Dibbin im Süd-Libanon Foto: picture alliance / SIPA

Vor neuen Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon in Washington wächst die Hoffnung auf eine Verlängerung der fragilen Waffenruhe. Nach Angaben aus Beirut soll bei dem Treffen am Donnerstag eine einmonatige Fortsetzung der Feuerpause vorgeschlagen werden. »The Times of Israel« und andere Medien berichteten.

Ein libanesischer Vertreter sagte demnach, Beirut wolle »eine Verlängerung des Waffenstillstands um einen Monat, ein Ende der israelischen Bombardierungen und Zerstörungen in den Gebieten, in denen Israel präsent ist, sowie die Einhaltung der Vereinbarung« erreichen.

Die Gespräche gelten als bemerkenswerter diplomatischer Schritt. Es handelt sich um die ersten direkten und länger angelegten Kontakte zwischen beiden Staaten seit Jahrzehnten. Vermittelt werden sie von den USA.

Waffenruhe bis Sonntag

Der derzeitige Waffenstillstand läuft am Sonntag aus. Libanons Präsident Joseph Aoun erklärte am Mittwoch, derzeit liefen »Kontakte zur Verlängerung der Waffenruhe«.

Trotz der Feuerpause kam es auch am Mittwoch zu Zwischenfällen. Nach Angaben der israelischen Armee feuerte die Hisbollah eine Drohne auf IDF-Soldaten im Südlibanon ab. Das Fluggerät sei abgefangen worden, Verletzte habe es nicht gegeben.

Das Militär sprach von einem »eklatanten Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen«. Bereits am Vortag hatte es nach israelischen Angaben Raketenangriffe der libanesischen Terrororganisation sowie einen weiteren Drohnenstart gegeben.

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»Historische Entscheidung«

Zudem teilte die Armee mit, zwei Hisbollah-Mitglieder getötet zu haben, nachdem diese die Waffenstillstandslinie überschritten und sich israelischen Truppen genähert hätten.

Israels Außenminister Gideon Sa’ar äußerte sich vor dem Treffen ungewöhnlich optimistisch. »Wir haben eine historische Entscheidung getroffen, nach mehr als 40 Jahren direkt mit dem Libanon zu verhandeln«, sagte er bei einem Empfang in Jerusalem.

Weiter erklärte Sa’ar: »Wir haben keine ernsthaften Meinungsverschiedenheiten mit dem Libanon. Es gibt einige kleinere Grenzstreitigkeiten, die gelöst werden können. Das Hindernis für Frieden und Normalisierung zwischen den Ländern ist nur eines: die Hisbollah.« Er bezeichnete die Terrorgruppe als gemeinsamen Feind Israels und des Libanon.

Fahrt nach Beirut

Auch Israels Präsident Isaac Herzog sprach von einer möglichen neuen Zukunft in der Region. Er sagte, sein Traum sei es, »ins Auto zu steigen und direkt nach Beirut zu fahren, diese schöne Stadt zu besuchen und Freundschaft mit den guten Menschen im Libanon zu schließen«.

Zugleich betonte Herzog, Israel müsse weiterhin für die Sicherheit seiner Grenzen sorgen.

Der jüngste Konflikt begann Anfang März, nachdem die Hisbollah erneut Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Südlibanon. Mitte April wurde unter Vermittlung der USA eine zunächst auf zehn Tage angelegte Waffenruhe vereinbart. im

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