Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

In Sidon wird in der vergangenen Nacht die neue Waffenruhe gefeiert. Foto: picture alliance / Anadolu

Das US-Außenministerium hat Details zu der neuen Vereinbarung über eine zunächst zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon bekanntgegeben. Nach direkten Gesprächen beider Staaten am 14. April unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hätten sich Jerusalem und Beirut auf einen Fahrplan verständigt, der den Weg zu weiterführenden Friedensverhandlungen ebnen soll.

Ziel sei eine dauerhafte Sicherheitsregelung, gegenseitige Anerkennung der Souveränität sowie Stabilität an der gemeinsamen Grenze. Ein Sechs-Punkte-Plan ist das Fundament der Vereinbarung.

Demnach begann die Feuerpause am Donnerstag um 17 Uhr US-Ostküstenzeit (23 Uhr MESZ) und gilt zunächst zehn Tage lang. Sie könne verlängert werden, wenn beide Seiten Fortschritte in den Gesprächen erzielten und der Libanon seine staatliche Kontrolle wirksam ausbaue, heißt es.

Land, Wasser und Luft

Israel behalte ungeachtet der Vereinbarung das Recht auf Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar drohende oder laufende Angriffe. Zugleich solle es während der Waffenruhe keine offensiven Militäroperationen gegen Ziele im Libanon zu Land, zu Wasser oder aus der Luft geben.

Lesen Sie auch

Die libanesische Regierung verpflichtet sich der Einigung zufolge, mit internationaler Unterstützung Maßnahmen zu ergreifen, um Angriffe der Hisbollah und anderer bewaffneter nichtstaatlicher Gruppen auf israelische Ziele zu verhindern.

In dem Papier wird betont, dass ausschließlich die regulären libanesischen Sicherheitskräfte für Souveränität und Landesverteidigung zuständig seien. Andere Gruppen oder Staaten hätten keinen Anspruch auf diese Rolle.

Offene Streitpunkte

Israel und der Libanon erklärten laut US-Außenministerium zudem, sie befänden sich nicht im Kriegszustand und wollten unter amerikanischer Vermittlung direkte Gespräche in gutem Glauben führen. Dabei sollen offene Streitpunkte behandelt werden, darunter auch die genaue Festlegung der internationalen Landgrenze.

In Washington D.C. hieß es zudem, man wolle internationale Unterstützung für den Libanon mobilisieren. Dies sei Teil umfassenderer Bemühungen, Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu fördern.

Die libanesische Regierung hatte sich bereits in früheren Vereinbarungen verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sich die Hisbollah in das Gebiet nördlich des Litani-Flusses zurückzieht und Israel nicht mehr angreift. Sie setzte sich jedoch nicht gegen die Terrororganisation durch und entwaffnete diese nicht, obwohl auch dies Teil der letzten Einigung gewesen war.

In Beirut und anderen städten ihres Landes feierten Libanesen derweil das neue Abkommen, indem sie Feuerwerkskörper in die Luft schossen.

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026

Kriminalität

Israel geht gegen kriminelle arabische Clans vor

Die israelische Polizei geht landesweit gegen vorwiegend arabische organisierte Verbrecherstrukturen vor

von Sabine Brandes  16.04.2026

Wetter

Hochsommer im April

Hitzewelle lässt Temperaturen in Israel auf bis zu 40 Grad steigen – Meteorologen sprechen von ungewöhnlich frühen Extremwerten

von Sabine Brandes  16.04.2026

Diplomatie

Libanons Präsident Aoun will nicht mit Netanjahu telefonieren

Eigentlich befinden sich Israel und der Libanon im Kriegszustand. Einige Zeichen deuten auf einen möglichen Durchbruch hin im Konflikt mit der Hisbollah. Aber Hürden bleiben

 16.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 16.04.2026

Gaza

Hamas bestätigt direkte Gespräche mit US-Vertreter

Erstmals seit der Waffenruhe sprechen Vertreter der Hamas und ein US-Berater direkt miteinander – doch die Fronten bleiben erwartungsgemäß verhärtet. Was fordert die palästinensische Terrororganisation, und was sind Israels Bedingungen?

 16.04.2026

Israel

Willkommen im Wahlkampf

Naftali Bennett und Gadi Eizenkot holen in Umfragen auf

von Sabine Brandes  16.04.2026