Terroropfer

Sterbliche Überreste in Kfar Aza entdeckt: Familie eines Hamas-Opfers hofft auf Gewissheit

Im Kibbuz Kfar Aza hängt ein Bild von Nirel Zini und seiner Lebenspartnerin Niv Raviv. Beide wurden am 7. Oktober 2023 von palästinensischen Terroristen ermordet. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Bei Arbeiten und Besuchen im schwer zerstörten Kibbuz Kfar Aza nahe der Grenze zum Gazastreifen sind menschliche Knochen gefunden worden. Nach israelischen Medienberichten gehören zu den Überresten auch Teile eines Schädels. Die Funde wurden zur Identifizierung an die zuständigen Behörden übergeben.

Entdeckt wurden die Knochen demnach von Angehörigen des am 7. Oktober 2023 ermordeten Nirel Zini. Seine Familie äußerte laut »The Times of Israel« die Hoffnung, dass die sterblichen Überreste zu ihm gehören könnten. Zini war während des Hamas-Massakers in Kfar Aza getötet worden.

Besonders schmerzhaft für die Angehörigen ist die Tatsache, dass sein Leichnam damals ohne Kopf bestattet werden musste. Nach Angaben der Familie hatten ihn die Terroristen enthauptet. Die nun entdeckten Knochen könnten daher dazu beitragen, nach mehr als zweieinhalb Jahren offene Fragen zu klären.

Geplanter Heiratsantrag

Der 27-Jährige lebte gemeinsam mit seiner Freundin Niv Raviv in Kfar Aza. Das Paar hatte sich während des Militärdienstes kennengelernt und war erst Anfang 2023 in den Kibbuz gezogen. Beide hatten Pläne für ihre Zukunft: Raviv absolvierte ein Psychologie-Masterstudium, während Zini ein Jurastudium anstrebte.

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Der 10. Oktober hatte für das Paar eine besondere Bedeutung. An diesem Tag erinnerte Zini jedes Jahr an seine Genesung nach einer Verwundung, die er 2015 während eines Einsatzes im Westjordanland erlitten hatte. Gemeinsam feierten die beiden jährlich seine Rückkehr ins Leben.

Im Jahr 2023 sollte dieser Tag einen weiteren Meilenstein bringen. Nach Angaben der Familien wollte Zini seiner Freundin am 10. Oktober einen Heiratsantrag machen. Raviv hatte sich gewünscht, sich an diesem Datum zu verloben und exakt ein Jahr später zu heiraten.

Nebeneinander beigesetzt

Dazu kam es nicht mehr. Drei Tage vor dem geplanten Antrag wurden beide beim Angriff der Hamas auf Kfar Aza ermordet. Ihre Angehörigen mussten eine Woche lang auf Gewissheit über ihr Schicksal warten. Schließlich wurden die beiden nebeneinander in Netanja beigesetzt.

Kfar Aza gehörte zu den am stärksten verwüsteten Kibbuzim während des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023. Mehr als 250 Terroristen drangen damals in den Kibbuz ein. Dabei wurden 62 Bewohner ermordet und 19 weitere in den Gazastreifen verschleppt.

Insgesamt töteten die Hamas und andere palästinensische Terrorgruppen an jenem Tag 1200 Menschen im Süden Israels. Weitere 251 Personen wurden als Geiseln nach Gaza verschleppt. im

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