Die Hamas hat einen internationalen Vorschlag zur Entwaffnung im Gazastreifen zurückgewiesen und Nachbesserungen verlangt. Das berichtet die »Jerusalem Post« unter Berufung auf »informierte Quellen«.
An Gesprächen mit der Terrororganisation sollen demnach auch der aus Bulgarien stammende, ranghohe Vermittler Nikolaj Mladenow sowie weitere Unterhändler beteiligt gewesen sein.
Vertreter der Hamas erklärten laut Bericht, sie wollten sich nicht an einer zweiten Phase der Waffenruhe-Verhandlungen beteiligen. Ein hochrangiger Hamas-Funktionär sagte laut BBC: »Wir warten darauf, dass Mladenow einen klaren Zeitplan vorlegt, damit Israel die verbleibenden Verpflichtungen aus Phase eins erfüllt.«
»Israelfreundliche Haltung«
Aus palästinensischen Kreisen wurde zugleich Kritik am Vermittler laut. Ein beteiligter Funktionär warf Mladenow nach Angaben des Berichts eine israelfreundliche Haltung vor.
Israel betont dagegen, bereits Maßnahmen umgesetzt zu haben. Demnach habe sich die Armee aus bewohnten Gebieten des Gazastreifens auf Positionen östlich der sogenannten Gelben Linie zurückgezogen. Zudem sei die Menge an Hilfslieferungen für Gaza erhöht worden.
Nach israelischer Darstellung kann es bei weiteren Zugeständnissen jedoch nur Fortschritte geben, wenn sich die Hamas auf eine Entwaffnung zubewegt.
Frist abgelaufen
Die Entmilitarisierung der Hamas war bereits Bestandteil einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe. Seitdem hat die von Teheran unterstützte Terrorgruppe jedoch mehrfach erklärt, ihre Waffen nicht niederlegen zu wollen.
Der aktuelle Rückschlag kommt dem Bericht zufolge kurz nach Ablauf einer Frist, bis zu der die Hamas dem Vorschlag hätte zustimmen sollen. Diese endete letzte Woche.
Bereits zuvor hatten der Palästinensische Islamische Dschihad und weitere Terrororganisationen den Entwurf verworfen. im