Wenige Wochen vor dem geplanten achten Parteikongress der Fatah zeigt ein Bericht abermals die Verbindung der Bewegung zum palästinensischen Terror auf. Nach Angaben der NGO Palestinian Media Watch erklärte ein Mitglied des Fatah-Revolutionsrats in einem Fernsehinterview, Palästinenser, die mehr als 20 Jahre in israelischen Gefängnissen gesessen hätten, sollten automatisch Mitglieder des kommenden Kongresses werden.
Der Fatah-Funktionär Tayseer Nasrallah sagte demnach gegenüber dem Fatah-Sender Awdah TV, wer zwei Jahrzehnte in israelischer Haft verbracht habe, werde an dem Treffen teilnehmen. Dadurch werde der Kongress mit einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen« stattfinden. Als Beispiel nannte er Marwan Barghouti, der trotz Inhaftierung bereits in Führungspositionen der Bewegung gewählt worden sei.
Der Parteikongress gilt als zentrales Entscheidungsgremium der Fatah. Dort werden wichtige Leitlinien beschlossen sowie Mitglieder des Zentralkomitees und des Revolutionsrats bestimmt. Das letzte Treffen dieser Art fand 2017 statt.
Palestinian Media Watch wertet Nasrallahs Aussagen als Hinweis darauf, dass langjährige Gefangene – darunter wegen tödlicher Terroranschläge verurteilte Täter – innerhalb der Bewegung politisch aufgewertet würden.
Auch aus früheren Jahren zitiert der Bericht Aussagen, wonach auf einem Fatah-Kongress der »Kampf in all seinen Formen, einschließlich des bewaffneten Kampfes«, als Strategie bestätigt worden sei. Von europäischen Regierungen wird die mit der Fatah verbundene Palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas derweil als gemäßigt angesehen und unterstützt.
Der nächste Fatah-Kongress soll nach bisherigen Planungen im Mai stattfinden. Beobachter erwarten, dass dort auch die künftige Ausrichtung der Bewegung und interne Machtfragen eine wichtige Rolle spielen werden.
Palestinian Media Watch verbindet seinen Bericht mit der Forderung an westliche Staaten, ihre finanzielle Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde an politische Bedingungen zu knüpfen - darunter eine klare Absage an Gewalt sowie die Anerkennung Israels. im
