Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Auch in Deutschland ist Samidoun inzwischen verboten. Zuvor waren Fahnen der israelfeindlichen Pro-Terror-Gruppe bei Demos aufgetaucht Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Mehrere Monate nach ihrer Einstufung als Terrororganisation ist die Gruppe Samidoun in Kanada offiziell aufgelöst worden. Nach Angaben der zuständigen Bundesbehörden erfolgte der Schritt wegen »Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben«. Medien wie die »Toronto Sun« berichteten.

Die Organisation war zuvor weiterhin als gemeinnützige Einrichtung registriert, obwohl sie bereits seit Oktober 2024 auf der Terrorliste stand. Erst Ende vergangener Woche wurde ihre Eintragung im Unternehmensregister endgültig gestrichen.

Vertreter jüdischer Interessenverbände reagierten erleichtert auf die Maßnahme. Das Centre for Israel and Jewish Affairs sprach von einem »wichtigen Erfolg für die Gemeinschaft« und dankte der Regierung für das Vorgehen. Zugleich wurde der Schritt als überfällig bezeichnet.

Wirksame Mittel

In einer Stellungnahme hieß es, das Ergebnis sei Ausdruck eines anhaltenden Engagements gewesen, um sicherzustellen, dass Kanada wirksame Mittel im Umgang mit Organisationen habe, die mit Terror in Verbindung stünden.

Die Auflösung steht im Zusammenhang mit gesetzlichen Änderungen, die im Bundeshaushalt 2025 verankert wurden. Diese geben den kanadischen Behörden ausdrücklich die Möglichkeit, Organisationen zu schließen, wenn sie offiziell als terroristisch eingestuft sind.

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Nach kanadischem Recht ist es strafbar, mit Vermögenswerten solcher Gruppen zu handeln oder sie finanziell zu unterstützen. Ebenso sind Aktivitäten wie Rekrutierung oder Reisen im Zusammenhang mit Terrororganisationen untersagt.

Formelle Auflösung

Samidoun war von den Behörden mit Verweis auf mutmaßliche Verbindungen zur palästinensischen Terrororganisation PFLP gelistet worden. Im Herbst 2025 hatte die zuständige Ministerin Melanie Joly angekündigt, alle Möglichkeiten zu prüfen, um Organisationen wie Samidoun formell aufzulösen.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die kanadische Politik verstärkt über Maßnahmen gegen Extremismus und Hasskriminalität diskutiert. Ein entsprechendes Gesetz hat bereits das Unterhaus passiert, steht jedoch noch zur endgültigen Verabschiedung im Senat aus.

Im Zusammenhang mit Samidoun war auch die Aktivistin Charlotte Kates aus der Führung der Gruppe in den Fokus geraten, die bei einer Kundgebung die Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 gefeiert hatte.

Kates war nach israelischen Erkenntnissen vor Jahren aus Deutschland ausgewiesen worden. In Berlin hatte sie mit ihrem Partner und Samidoun-Co-Chef versucht, Mitglieder für ihre inzwischen auch in der Bundesrepublik verbotene Organisation anzuwerben. im

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