Washington D.C.

Trump zu Iran: »Die Uhr tickt«

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Captital Pictures

US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf den Iran im festgefahrenen Streit um ein Ende des Krieges erneut erhöht. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social warnte Trump die Führung in Teheran eindringlich vor weiterem Zögern bei den Verhandlungen. »Sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig sein«, schrieb Trump. Zudem erklärte er: »Die Uhr tickt!«

Die Äußerungen fielen kurz vor einem geplanten Gespräch mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, das Berichten zufolge am Abend erfolgte. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Trump erklärt, die Waffenruhe gelte nur noch aufgrund von »lebenserhaltenden Maßnahmen«. Israelischen Medien nach könnten die Angriffe gegen das iranische Regime, dessen Revolutionsgarden und Atomanlangen diese Woche wiederaufgenommen werden.

Iranische Medien berichteten unterdessen, die Antwort der USA auf neue Vorschläge aus Teheran enthalte keine wesentlichen Zugeständnisse. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr warnte deshalb vor einer möglichen »Sackgasse in den Verhandlungen«.

Lesen Sie auch

Nach iranischen Angaben hatte Teheran unter anderem ein sofortiges Ende der Kämpfe an allen Fronten verlangt. Damit dürfte auch die anhaltende israelische Militäraktion gegen die vom Regime unterstützte Hisbollah im Libanon gemeint sein. Zudem fordert der Iran demnach ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen sowie Garantien gegen weitere Angriffe auf das Land.

Berichten iranischer Nachrichtenagenturen zufolge verlangt Washington im Gegenzug einschneidende Schritte beim iranischen Atomprogramm. So solle Teheran nur noch eine Nuklearanlage weiterbetreiben dürfen und seine Vorräte an hoch angereichertem Uran an die USA übergeben.

Trump hatte zuletzt angedeutet, er könnte einer 20-jährigen Aussetzung des iranischen Atomprogramms zustimmen. Dies würde eine deutliche Abkehr von der bisherigen Forderung nach einem vollständigen Ende des Programms bedeuten.

Pakistan versucht derzeit, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln. im

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026