Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei der Fatah-Konferenz in Ramallah Foto: picture alliance / SIPA

Bei einer Rede auf der achten Generalkonferenz seiner Fatah-Bewegung hat Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas eingeräumt, dass von Israel zurückgehaltene Steuergelder der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) unter anderem zur Zahlung an verurteilte Terroristen verwendet werden sollen. Die Äußerung sorgt international für neue politische Diskussionen über die »Pay-for-Slay«-Praxis. Auch die »Jerusalem Post« berichtete.

In seiner Ansprache kritisierte Abbas die israelische Entscheidung, Teile der Einnahmen einzubehalten. Er sprach von einem Bruch bestehender Abkommen sowie des internationalen Rechts. Gleichzeitig führte er aus, die blockierten Mittel würden benötigt, um öffentliche Ausgaben zu decken – darunter auch Zahlungen an »Häftlinge«. Dabei handelt es sich um in israelischen Gefängnissen einsitzende Terroristen.

Die Aussagen gelten als brisant, weil sie die fortgesetzte finanzielle Unterstützung von Terroristen durch die PA bestätigen, obwohl diese offiziell abgeschafft werden sollte. Trotz offizieller Umstrukturierungen der Programme bleibt damit der Vorwurf bestehen, dass die Praxis fortgeführt wird.

Lesen Sie auch

Israel hatte bereits 2022 damit begonnen, Teile der Steuereinnahmen der Palästinensischen Autonomiebehörde einzubehalten. Grundlage waren gesetzliche Regelungen, die unter anderem auch in den USA seit 2018 gelten. Washingtons sogenannte Taylor-Force-Gesetzgebung koppelt Hilfen an die Beendigung solcher Zahlungen sowie an ein Ende öffentlicher Unterstützung für Gewalt.

Kritik kam unter anderem vom Gründer der Organisation Palestinian Media Watch, Itamar Marcus. Er bezeichnete die Aussagen Abbas’ als Bestätigung langjähriger Recherchen seiner Organisation und forderte Konsequenzen. Nach seiner Einschätzung haben westliche Staaten bislang teilweise auf Zusicherungen der palästinensischen Führung vertraut, dass entsprechende Zahlungen eingestellt worden seien.

Nach Angaben aus US-Regierungsberichten beliefen sich entsprechende Auszahlungen im vergangenen Jahr auf umgerechnet rund 156 Millionen US-Dollar (134 Millionen Euro). Ein Großteil davon sei an Personen gegangen, die in israelischer Haft saßen, ein weiterer Teil an Angehörige getöteter Terroristen. im

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026