Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat einem verstorbenen früheren Funktionär posthum eine hohe Auszeichnung verliehen. Geehrt wurde Qadri Abu Bakr, der zu Lebzeiten das Gefangenenwesen der Palästinensischen Autonomiebehörde leitete und mit dem Pay-for-Slay-System in Verbindung gebracht wurde. Dabei handelt es sich um Renten für palästinensische Terroristen, die Israelis ermordet haben.
Ein Ende der Zahlung von Terror-Renten durch Abbas’ Behörde wurde aufgrund des internationalen Drucks gegen diese Praxis mehrfach offiziell angekündigt. Das israelische Außenministerium wirft Abbas jedoch vor, die Terror-Renten weiterhin zu überweisen.
Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA überreichte Abbas Angehörigen Abu Bakrs den »Stern des Verdienstes des Staates Palästina«. Die Zeremonie fand bereits am Montagabend statt.
Für besondere Kritik sorgte laut einem vom »Jewish News Syndicate« veröffentlichten Bericht der Zeitpunkt der Auszeichnung. Die Ehrung fiel mit dem israelischen Holocaust-Gedenktag Jom Haschoa zusammen, an dem der sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden gedacht wird.
Abu Bakr starb 2023 bei einem Verkehrsunfall in der im Westjordanland befindlichen Region Samaria. Er leitete zuvor die PLO-Kommission für Gefangenenangelegenheiten, die Teil des Pay-for-Slay-Systems war. im