Colorado Springs

JD Vance: USA und Iran kurz vor Einigung

Vizepräsident JD Vance am Donnerstag (Ortszeit) während einer Zeremonie der US-Luftwaffe in Colorado Foto: picture alliance / AP Photo/David Zalubowski

Die USA und der Iran stehen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance kurz vor einer möglichen Vereinbarung zur Beilegung des Konflikts. Eine endgültige Einigung sei jedoch noch nicht erreicht. Derzeit würden die Verhandler weiterhin über einzelne Formulierungen und inhaltliche Details beraten.

Auf die Frage, ob Präsident Donald Trump kurz davor stehe, ein Abkommen zu billigen, zeigte sich Vance bei einem Besuch in Colorado Springs zurückhaltend. Es sei noch zu früh, um zu sagen, »wann oder ob« die beiden Seiten die Verhandlungen erfolgreich abschließen würden. Gleichwohl betonte er, die Gespräche hätten erhebliche Fortschritte gemacht. »Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind sehr nah dran, und wir werden weiter daran arbeiten.«

Im Mittelpunkt der verbliebenen Differenzen steht nach seinen Angaben weiterhin das iranische Atomprogramm. Konkret gehe es um die Frage der Urananreicherung. Washington fordert seit Langem, dass Teheran die Produktion hoch angereicherten Urans einstellt und vorhandene Bestände aufgibt, da das Material grundsätzlich auch für den Bau von Atomwaffen genutzt werden könnte.

Weder abgeschlossen noch bestätigt

US-Regierungsvertreter hatten zuvor erklärt, beide Seiten hätten sich grundsätzlich auf einen Rahmen für ein mögliches Abkommen verständigt. Die Rede war von einer Absichtserklärung, die zu weiteren Gesprächen führen solle. Die Zustimmung Trumps sowie der iranischen Führung stehe jedoch noch aus. Aus Teheran kamen dagegen Signale, wonach eine Vereinbarung bislang weder abgeschlossen noch bestätigt worden sei.

Sollte ein Abkommen zustande kommen, könnte die derzeitige Waffenruhe Berichten zufolge um weitere 60 Tage verlängert werden. Diese Zeit würde genutzt, um über die komplexeren Fragen rund um das iranische Atomprogramm und die Zukunft der bestehenden Uranvorräte zu verhandeln.

Die widersprüchlichen Aussagen aus Washington und Teheran verdeutlichen, wie fragil und dynamisch die Gespräche weiterhin sind. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe Anfang April hatte Trump mehrfach erklärt, ein Durchbruch stehe unmittelbar bevor. Konkrete Ergebnisse blieben bislang jedoch aus.

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Schifffahrt durch Straße von Hormus

Der Druck auf den Präsidenten wächst. Verbündete der USA in der Golfregion drängen ebenso auf ein Ende des Konflikts wie Demokraten im Kongress. Auch einige Republikaner haben zuletzt Bedenken hinsichtlich der Dauer der militärischen Auseinandersetzung geäußert.

Medienberichte nennen bereits mögliche Bestandteile einer künftigen Vereinbarung. Demnach könnte die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder uneingeschränkt ermöglicht werden. Zudem soll der Iran verpflichtet werden, innerhalb von 30 Tagen Seeminen aus der strategisch wichtigen Wasserstraße zu entfernen. Im Gegenzug könnten die USA ihre Blockade lockern und Ausnahmen von Sanktionen gewähren, damit der Iran wieder Öl exportieren kann.

Ein weiterer Bericht über ein angebliches 14-Punkte-Memorandum zwischen beiden Staaten wurde allerdings vom Weißen Haus entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher bezeichnete das Dokument als »völlige Erfindung«.

Alle Flugzeuge erfasst

US-Finanzminister Scott Bessent vermied es ebenfalls, eine Einigung zu bestätigen. Die Entscheidung liege letztlich allein beim Präsidenten. Auf Fragen zu einem möglichen Wiederaufbau des Iran nach einem Friedensschluss antwortete er: »Wir müssen erst zu einer Vereinbarung kommen, bevor wir über alles Weitere sprechen.«

Unterdessen bleibt die Lage vor Ort angespannt. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten am Donnerstag einen US-Stützpunkt in der Region angegriffen. Hintergrund seien neue amerikanische Angriffe im Süden des Iran gewesen.

Zudem berichteten iranische Staatsmedien, die Streitkräfte hätten ein US-Flugzeug, möglicherweise eine Drohne, abgeschossen. Das US-Zentralkommando wies diese Darstellung zurück. »Kein US-Flugzeug wurde abgeschossen. Alle amerikanischen Flugzeuge sind erfasst«, teilte das Militär mit. im

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