Berlin

Iranische Agenten planten Anschläge auf jüdische Einrichtungen

Das eingeschaltete Blaulicht ist auf dem Dach von einem Einsatzfahrzeug der Polizei am 28.02.2026 bei einem Polizeieinsatz zu sehen.
Foto: picture alliance / dpa

Iranische Geheimdienste sollen Anschläge gegen jüdische Ziele in Deutschland vorbereitet haben. Demnach standen eine Synagoge in Berlin sowie die Jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main im Fokus mutmaßlicher Planungen des iranischen Regimes. Mehrere hochrangige Vertreter westlicher Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden bestätigten dies der »WirtschaftsWoche« und der »New York Times«.

Vor rund zwei Jahren soll ein führender Vertreter der Gemeinde in Frankfurt ausgespäht worden sein. Ein mutmaßlicher Agent habe unter anderem Fotos von Briefkasten, Klingelschild und Fahrzeugkennzeichen gemacht und den Namen des Betroffenen in Chats erwähnt. Vor einigen Wochen sei dieselbe Gemeinde erneut ins Visier geraten.

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Sicherheitskreise bewerten die Bedrohung dem Bericht nach deutlich ernster als bislang öffentlich dargestellt. Während Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wiederholt von einer hohen, aber abstrakten Gefahr durch den Iran gesprochen hätten, seien die Erkenntnisse der Dienste wesentlich konkreter. Ein hochrangiger Geheimdienstvertreter sprach laut »Wirtschaftswoche« von »allgemeiner Planlosigkeit« im Umgang mit der Bedrohung. Es gebe »kein Sicherheitskonzept«.

Hohe Gefärdungslage

Die Bundesregierung äußerte sich auf Anfrage der »Wirtschaftswoche« zurückhaltend. Man nehme sämtliche Gefährdungshinweise ernst, erklärte ein Sprecher. »Der Schutz jüdischen Lebens und israelischer Einrichtungen in Deutschland hat höchste Priorität.« Zu nachrichtendienstlichen Erkenntnissen wolle sich die Regierung grundsätzlich nicht öffentlich äußern.

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Auch die Landeskriminalämter verwiesen auf eine anhaltend hohe Gefährdungslage. Das hessische LKA erklärte demnach, jüdische und israelische Einrichtungen seien weiterhin stark durch politisch motivierte Kriminalität bedroht. Das Berliner LKA wollte sich nicht konkret äußern.

Nach Angaben europäischer Geheimdienste haben iranische Dienste ihre Aktivitäten in Europa massiv ausgeweitet. Allein in Deutschland sollen laut dem Bericht rund vier Dutzend Sabotageakte vorbereitet worden sein. Dabei habe es sich nicht nur um Sachbeschädigungen gehandelt, sondern auch um Planungen für schwere Körperverletzungen und Mordanschläge.

Schuster und Beck

Die iranischen Dienste setzen demnach zunehmend auf sogenannte Wegwerf-Agenten. Dabei würden Kriminelle gegen Bezahlung für einzelne Taten angeworben, ohne selbst direkte Geheimdienstkontakte zu haben. Als mögliche Helfer werden laut Bericht unter anderem Rockergruppen, Auftragskiller sowie Mitglieder des schwedischen Foxtrot-Netzwerks genannt. Westliche Geheimdienste vermuten demnach Verbindungen des Netzwerks zum iranischen Regime.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte zuletzt auch die Anklage der Bundesanwaltschaft gegen zwei mutmaßliche iranische Agenten. Sie sollen unter anderem Vorbereitungen für mögliche Anschläge auf den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sowie den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, getroffen haben. im

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