Washington D.C.

Mutmaßlicher Drahtzieher von Angriffen auf jüdische Einrichtungen vor Gericht

Dieses undatierte Foto zeigt Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi (r.) mit dem 2020 getöteten Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Qasem Soleimani. Foto: picture alliance / Southern District of New York via AP

Die US-Justiz hat einen irakischen Staatsbürger wegen mutmaßlicher Beteiligung an einer Serie terroristischer Angriffe in Europa und geplanter Anschläge in den Vereinigten Staaten angeklagt. Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben aus Washington um Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi, ein führendes Mitglied der proiranischen Miliz Kataib Hisbollah.

Dem 32-Jährigen werden mehrere terrorbezogene Straftaten zur Last gelegt. Laut US-Behörden soll er innerhalb weniger Monate zahlreiche Angriffe auf jüdische Einrichtungen, amerikanische Interessen und zivile Ziele in Europa koordiniert oder unterstützt haben. Die Anklage spricht von fast 20 Attacken und versuchten Anschlägen.

Al-Saadi wurde den Angaben zufolge im Ausland festgenommen, an die USA überstellt und inzwischen einem Gericht in New York vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Unterstützung ausländischer Terrororganisationen, Beteiligung an Anschlagsplanungen sowie versuchte Terrorakte auf US-Boden vor.

Attacken auf Synagogen

Nach Darstellung der Ermittler stand Al-Saadi in engem Kontakt zu den iranischen Revolutionsgarden und zur irakischen Kataib-Hisbollah-Miliz, die in den USA als Terrororganisationen eingestuft sind. In der Anklageschrift wird außerdem auf frühere Verbindungen zu Qasem Soleimani verwiesen, dem 2020 bei einem US-Luftangriff getöteten Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden.

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Die US-Behörden machen den Beschuldigten für eine Reihe von Angriffen in Europa verantwortlich. Dazu zählen laut Medienberichten unter anderem Attacken auf Synagogen in Belgien und den Niederlanden sowie Angriffe auf jüdische Einrichtungen und amerikanische Unternehmen. Auch ein Brandanschlag auf ein jüdisches Restaurant in München wird in diesem Zusammenhang genannt.

Mehrere der Taten wurden von einer bis dahin weitgehend unbekannten Gruppierung namens Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya reklamiert. Sicherheitsbehörden vermuteten bereits zuvor Verbindungen zu iranischen Netzwerken und Stellvertreterorganisationen Teherans.

Wichtiger Schlag

Nach Angaben des US-Justizministeriums soll Al-Saadi zudem Anschläge innerhalb der Vereinigten Staaten vorbereitet oder diskutiert haben. Ermittler erklärten, mögliche Ziele hätten sich unter anderem in New York, Kalifornien und Arizona befunden. Besonders jüdische Einrichtungen hätten dabei im Fokus gestanden.

US-Justizminister Todd Blanche erklärte nach der Festnahme: »Wie in der Anklage dargestellt, dirigierte und ermutigte Al-Saadi andere dazu, amerikanische und israelische Interessen anzugreifen sowie Amerikaner und Juden in den USA und im Ausland zu töten.«

Auch FBI-Direktor Kash Patel sprach von einem wichtigen Schlag gegen internationalen Terrorismus. Die Festnahme zeige, dass die USA gemeinsam mit internationalen Partnern gegen Verantwortliche solcher Netzwerke vorgingen. im

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